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Kathedralkirche St. Marien voran, holte ihn nach gemeinsamem Beschlussdes Klerus , der Ritter und der Bürger in feierlichem Aufzuge ein und dieBürger gaben ihm während seines Aufenthaltes die beiden Procurationen' 135 . —
Bertold traf, als er aus Burgund kommend im Sommer 1160 sich zumKaiser begab, diesen am Südfusse der Alpen •, er hatte soeben das die flüch-tigen Brescianer bergende Iseo zerstört und musste zur Zeit Carcano amAlserio-See, unfern des Comersee's, gegen die Mailänder Hilfe bringen.Zur Verfügung hatte er Ritter und Fussvolk von Novara, Vercelli und Como,dazu einige Mannschaften von Pavia und aus den Grafschaften südüch amComersee, Seprio und Martesana, ausserdem waren "Wilhelm von Montferrat,Guido von Biandrate und der böhmische Herzog Dietbold, Bruder desKönigs Wladislaw, bei ihm, zu denen nunmehr auch Herzog Bertold mitseinen wenigen Begleitern kam 1136 . In der Sommerpracht dieser wunderbarenGegenden lagerten am 8. August die Mailänder und die Kaiserlichen, diejenen den Rückweg versperrten, ganz nahe bei einander. Am Morgen desanderen Tages versuchten die Mailänder die bedrohende Stellung zu durch-brechen und rückten vor. Der Kaiser und die Seinen jagten nun zwar dieFeinde vor sich zurück und erbeuteten auch den mailändischen Carroccio,von dem die berühmte Fahne des hl. Ambrosius flatterte, dagegen wurdendie italienischen Contingente des Kaisers von den besten Truppen der Gegnergeworfen und damit sah sich der schon des Sieges frohe Kaiser fast ganzumzingelt. Er hatte nur ungefähr 200 von Kampf und Hitze ermüdeteRitter in seiner Nähe, so folgte er den Bitten seiner angesehensten Be-gleiter und zog in der Richtung nach Como ab, so lange es — überhauptmehr durch Zufälligkeiten — noch möglich war.
"Wir wissen nicht, wie lange Bertold diesmal in Italien verweilt hat.Schwerlich lange, da er ohne Truppen dem Kaiser nicht viel nützen konnteund wie gesagt nur einer persönlichen Angelegenheit wegen kam. Als dieseist nun aber neben der Genfer mit noch grösserem Belang die Angelegen-heit seines Bruders Rudolf zu vermuthen.
Am 24. Juni 1159 war der Erzbischof Arnold von Mainz von seinen
11,6 Chartular. Lausannense MDSR. VI 412 nach einer zur Zeit Bertold's V, wohlfür eine ähnliche Gelegenheit, gemachten Aussage eines Augenzeugen des Empfanges Ber-told's IV. Der ibid. genannte CanonicusW. de Orsonens weist freilich mehr in die Zeit desBischofs Rogers als Landerichs, vgl. MDSR. VI 428. — Einiges Genauere, jedenfalls auchauf den Rector rückzubeziehen, giebt noch die später gemachte Feststellung (ib. 426), wieder König, wenn er in Angelegenheiten des Bisthums oder der Stadt käme, zu empfangensei: die Procurationen wurden jeweils Abends und Morgens geliefert, zwei Bischofsleuteund zwei Bürger kauften sie ein; zu weiteren Ansprüchen hatte der König kein Recht, aber„in anderen Dingen hat der Bischof in für den König geziemender Weise aufzuwarten".
1186 So Otto Morena 1. c. Vgl. über die Ereignisse auch Priedrich's Brief St. 3897.Chron. TJrsperg. SA. 41.