Druckschrift 
Geschichte der Herzöge von Zähringen
Entstehung
Seite
368
Einzelbild herunterladen
 

368 1160.

arbeiten der Kaiserlichen setzten sie eine zerstörende Heftigkeit der Abwehrentgegen. Auch den wohl vorbereiteten allgemeinen Sturm der Belagereram 21. Jan. 1160 schlugen sie noch einmal ab.

Damit freilich war der Widerstand der zusammengeschrumpften undermatteten Vertheidigerzahl doch gebrochen. Sie beschlossen die Uebergabeund verhandelten durch den Patriarchen von Aquileja und Heinrich denLöwen. Der Kaiser berief seine Fürsten 1119 ; der Beschluss lautete auf Zer-störung der Stadt, freien Abzug der Mailänder und Brescianer, doch ohneWaffen und Pferde, Abzug der Cremasken mit so viel Habe, als ein Jedertragen könne. Sie nahmen es an, denn sie hatten mehr nicht hoffen können.Am 27. Jan. wurde Crema von seinen Vertheidigern verlassen, die dabeiim Einzelnen vielfache Milde, auch vom Kaiser persönlich, erfuhren. Danachging die Stadt, noch während der Plünderung, in Flammen auf.

Inzwischen war am 1. Sept. 1159 Papst Hadrian gestorben, am 6. Sept.danach die zwiespältige Erhebung Roland's als Alexander III und des kaiser-lich gesinnten Cardinais Octavian als Victor IV erfolgt und der Kaiser hatteBeide und dazu den Klerus von Deutschland, Italien und Burgund sowie diehöhere Geistlichkeit der anderen Nationen durch deren Könige zu einergrossen und allgemeinen Synode geladen, die nun nach dem Falle von Cremaam 5. Febr. 1160 im Dome vonPavia eröffnet wurde. AuchHerzogBertold 112 °war zwischen den Anwesenden, unter denen sich gegen 50 Bischöfe und diehauptsächlichsten deutschen Laienfürsten befanden. Von den streitendenPäpsten war Victor anwesend, Alexander gar nicht vertreten. Nach langenVerhandlungen ward am 11. Febr. Victor von der Synode, danach von demin die Versammlung eintretenden Kaiser und den Fürsten anerkannt, amTage darauf feierlich nach der Domkirche geleitet und empfing den Fusskussvon dem Kaiser, den geistlichen Fürsten, danach von den weltlichen Fürstenund den weiteren Laien. Am 13. Febr. wurde die Synode geschlossen. Barfolgte noch eine eigenthümliche Feier. Da Friedrich für die nächste Zeitkeine militärischen Unternehmungen plante, versammelte er die Fürsten seinesHeeres nebst den hervorragenderen Herren und Rittern um sich, dankte ihnenmit anerkennenden und lobenden Worten und nannte einzeln die Namen derdurch besondere Tapferkeit oder Leistung Ausgezeichneten 1121 , unter denender Name Bertold's von Zähringen den gerechtesten Anspruch hatte, mit inerster Linie zu stehen. Er beschenkte sie reichlich und gab ihnen dann Ur-laub in die Heimath. Nur Friedrich's nächste Verwandte und Otto vonWittels-bach blieben noch bei ihm; unter denen, die zurückkehrten, waren Heinrich

1119 Die Vermittler curiae perferunt, Rahewin 252.

1120 Otto Morena MGSS. XVIII 621 (dux Bertöldus de Zaringia, andere Hss.Aringia und [verlesen] Arvigia); MGLL. II 125127 [dux Zaringiae).

1121 Rahewin 273.