Bertold Berather und Bannerträger des Kaisers. 367
plötzlich vor Lodi an, nahm auch dessen Ritterschaft mit sich und ritt mitdieser Begleitung in der Sommernacht bis Landriano. Die Pavesen hatte erangewiesen in der Nähe dieses Ortes, bei Cavagnara zu ihm zu stossen; nur100 ihrer Ritter sollten auf Mailand zu reiten und durch das voraussichtlichentstehende Gefecht die Mailänder nach Landriano locken. Am 15. Juliwar alles demgemäss vorbereitet. Dennoch scheiterte der Plan: die hundertpavesischen Ritter vermochten ihre Aufgabe nicht zu erfüllen, sie wurdenvon dem Wege nach Landriano abgedrängt und unter grossen Verlusten zer-sprengt.
Trotzdem versuchte Friedrich dieselbe List noch einmal, und diesmalgelang sie. Er sandte auch die übrigen Pavesen vor und blieb mit den Deut-schen und Lodesen 'in einem neuen Hinterhalt bei Siziano. Wieder jagtendie Pavesen vor den andringenden Mailändern davon, aber als diesmal die ver-meintlichen Sieger von der ausgedehnten Verfolgung zurückkehrten, stürmtenüber sie die Kaiserlichen daher, voran Herzog Bertold von Zähringen, der hierdes Reiches Fahne trug. Ueber 100 Mailänder wurden erschlagen, 300 ge-fangen. — Falls es damals nöthig war, so mochten, wenn irgend etwas, solchegemeinsamen Tage geeignet sein, den Kaiser und den offensinnigen Herzogeng an einander zu ketten.
Kurz nachdem Friedrich und Bertold als Sieger auf das Feld vor Cremazurückgekehrt waren, traf — am 20. Juli — die Kaiserin Beatrix geleitendmit über 1200 eigenen und Rittern der Kaiserin der Herzog Heinrich derLöwe aus Deutschland ein und nahm sein Lager vor dem Nordthore der Stadt.In Heinrich's Zelt fand am 18. Sept. eine Fürstenversammlung statt, mitderen Zustimmung der Kaiser die inzwischen vergeblich zur Uebergabe auf-geforderte Stadt noch einmal ächtete 1117 . Später, am Anfang October,langten auch Weif und Rainald von Dassel mit je 300 Rittern an.
Noch einmal unternahm Friedrich einen Streifzug in das MailänderGebiet, wobei er von Heinrich dem Löwen und anscheinend auch von Bertoldwieder begleitet wurde, der wenigstens unter den vor Crema Zurückgelassenennicht mitgenannt wird 1118 . Anscheinend kehrte er nicht mit einem gleicheindrucksvollen Erfolge, wie das erste Mal, von Crema zurück.
Die Städter hielten sich mit mannhaftestem Trotze. Keines der Gefechteerschütterte sie; die grausamen Hinrichtungen von Gefangenen, mit denender ungeduldige Kaiser schliesslich drohte, Hessen sie vollziehen und vergaltensie gleichmässig an ihren Gefangenen; den Belagerungsbauten und Sturm-
1117 St. 3866.
1118 Chron. Ursperg. SA. 35. —
Am 30. Deo. sind Zeugen in einer Urk. des Kaisers (St. 3876) für einen CremoneserNobile: Heinrich der Löwe, Pfalzgraf Konrad bei Rhein, Herzog Heinrich von Kärnthen,Bertaldus dux de Ceringa, Graf Hugo von Dagsburg und eine Anzahl anderer Grafen.