362 1157. 1158.
bach neben anderen Burgundern die Erzbischöfe von Vienne, Tarantaise undLyon, die Bischöfe von Valence und Avignon, sowie der schon genannte Herrvon Clerieux. Der Erzbischof von Arles und die übrigen am Kommen ge-hinderten geistlichen und weltlichen Herren sandten huldigende Botschaften.Auch Italiener, wie Wilhelm von Montferrat, Guido von Biandrate, die Bischöfevon Novara, Trient und Treviso waren anwesend, dazu Gesandte aus England,Frankreich und Spanien, was seinen Eindruck auf die Burgunder nicht ver-fehlt haben wird. Eine noch herzlichere Genugthuung aber mochte derKaiser über die Anwesenheit Bertold's von Zähringen empfinden. In eineraus Besantjon vom 24. Oct. datirten Urkunde, in der er Bertold als Inter-venienten mit nennt 1102 , spricht er in seiner Freude von „seinen vielsüssenFürsten".
Ganz Burgund lag zu des Kaisers Füssen; die Grossen alle aus West-juranien und von da bis zum Meere hinab leisteten Gehorsam und Treueund empfingen die Gnadenbeweise ihres unmittelbaren Herrn, der hier seineHerrschaft in dem nun erst fest und ungehindert gewonnenen Königreiche u03einrichtete. Der Rector aus Transjuranien stand neben dem Throne und derHerr des Reiches vermied es, den dem Zähringer verbliebenen Theil bei seinenMassnahmen einzubegreifen.
Auch Gesandte des Papstes Hadrian waren erschienen, der OanzlerRoland und ein weiterer Cardinal, die eine Beschwerde wegen eines räuberi-schen Ueberfalls, den der Erzbischof von Lund in Deutschland erlitten hatte,und wegen des bisherigen Verhaltens des Kaisers in dieser Sache überbrachten.Der Brief wurde in der Fürstenversammlung — in der auch Bertold nur zufälligetwa abwesend gewesen sein könnte — verlesen und erregte hier grossen An-stoss, weil mit grosser Deutlichkeit alle Würden Friedrich's als ein Lehenaus des Papstes Hand bezeichnet waren und man sich dadurch zugleich anallerlei noch weitergehendes Gerede der Römer und an sonstige römischeErlebnisse erinnert fühlte; ja, als Roland fragte: „von wem hat er denn, wennnicht von dem Herrn Papste, das Kaiserthum?" brach der Unwille in lauteEmpörung aus und der Pfalzgraf Otto von Witteisbach liess sich hinreissenmit dem Schwerte auf den Legaten einzudringen. Der Kaiser selbst schütztedie Gesandten, sorgte aber für ihre Abreise.
1108 St. 3779, für das Stift St. Die in den westlichen Vogesen. mediantibus dulcissi-mis principibus nostris . . . duce Berthöldo de Ceringen. In St. 3780 wird Bertold demHerzog Matthäus von Lothringen vorangestellt.
1103 Vgl. St. 3780 für Erzstift und Erzbischof zu Vienne. duces Bertölfus de Ceringenu. s. w. — Der Text scheidet in Zukunft der Einfachheit wegen das „Königreich" Burgundd. h. "Westjuranien und von da bis zum Meere hinab, also diejenigen Theile, in denenFriedrich nach seiner Heirath mit der Erbin von Hochburgund und dem Abkommen von1156 die neue Herrschaft der deutschen Krone so mächtig aufrichtete, von dem zähringi-schen Rectoratsbezirk Burgund (Transjuranien).