Anknüpfung mit Lausanne. 361
Wahl im Bisthum zuzulassen; nichts von dem, was von dem Bischof zu Lehengehe, an sich zu bringen; für Chexbres und Lutry keine Gebühr bei Bischofs-wechseln zu fordern, sondern sie ohne Abgabe dem neuen Bischof wie dieanderen Regalien zu überweisen; in guter Treue zu helfen, das wiederzuer-obern, was die Lausanner Kirche verloren hatte oder ihr seit langer Zeitentfremdet war; nicht zu dulden, dass seine Leute auf die Dörfer der Kirchezu "Waidezwecken und anderen Bedürfnissen zögen; nicht selbst dort Quartierzu nehmen, auch nicht in der Pfalz des Bischofs noch in den Häusern derKleriker oder bischöflichen Ritter gegen deren Willen einzulagern und sichvon dort nichts mit Gewalt anzueignen.
Bei derselben Zusammenkunft mit Amedeus erliess Herzog Bertoldwesentliche Gnadenacte für Klöster des Lausanner Sprengeis, die zugleich indem ihm gebliebenen transjuranischen Gebiete lagen. Dem Kloster Hauterivean der Saane unter dem Abte Girardus Hess er jede Art Abgaben innerhalbseiner gesammten Herrschaft nach und befreite die Mönche nebst allen ihrenOrdensbrüdern (den Cisterciensern) von allem Wegzoll und allem Markt-zoll 10 ". Genau dasselbe verbriefte er dem Cistercienserkloster Hautcret n0 °.Der Bischof Amedeus und seine Begleiter ehrten diese Verfügungen desihnen vom Kaiser bestellten Schirmherrn, indem sie sich als Zeugen eintragenHessen. Des Kaisers wurde in der Datirung gedacht.
So war Bertold's Stellung im Lausanner Gebiet allseitig in freundlicherund befriedigender Weise begründet worden. Zu einer ähnlichen Verstän-digung mit den Bisthümern Genf und Sitten scheint es damals noch nichtgekommen zu sein; ihr widersprechen sowohl der Mangel an Nachrichtenals auch die ein paar Jahre später Hegenden Ereignisse. Leider wissen wirnicht, in welcher Zeit des Jahres 1157 die Zusammenkunft mit Amedeus vonLausanne statt hatte. In Lausanne selbst geschah sie offenbar nicht; dannwürden ihr mehr Lausanner Kanoniker beigewohnt haben und als Zeugen inBertold's Urkunden stehen. Es ist ja auch sehr begreiflich, wenn der Bischofes vorgezogen hatte, mit den Vornehmsten aus seiner Umgebung dem Herzogentgegenzugehen, ähnlich wie die Päpste ihre Verträge abzuschliessen pflegten,ehe die Thore der Stadt Rom den deutschen Herrschern geöffnet wurden.
Im October kam der Kaiser mit seiner Gemahlinnach Burgund und hieltin Besancon Hof 1101 . Hier erschienen bei ihm ausser den aus Deutschlandmitgekommenen Matthäus von Lothringen und Pfalzgraf Otto von Wittels-
1099 Bisher gedruckt bei Schöpflin V 106; Memorial deFribourg 1857 S. 95; MDSR.VII 17; Zeerleder 1 101; F. r. Bern. I 442 f. Ich benutze die Texte der von den Herzogenerlassenen, noch überlieferten Urkk. in Abschriften, die ich von den Originalen oder denan Stelle solcher erhaltenen Oopien genommen habe.
1100 MDSR. 5JI pars II 13; F. r. Bern. 1 443.
1101 Rahewin SA. 138 ff.