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Geschichte der Herzöge von Zähringen
Entstehung
Seite
359
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Das Abkommen über Burgund. 359

Herzog von Zähringen" zu beseitigen. Hinfort begegnet in den mass-gebendsten, unter Betheiligung der Zähringer selbst ausgegebenen Schrift-stücken und auf den Siegeln der Titel desHerzogs undRectors von Burgund"oder, wie Bertold V, aber wohl nur in Verdeutlichung der väterlichen Absichtsich genannt hat, desHerzogs von Zähringen und Rectors von Burgund".Die Kaisercanzlei dagegen liess es seitdem bei dem einfachenHerzog vonZähringen" bewenden, was auch zu jeder Zeit die geläufige und allgemeineBenennung dieser Fürsten bei ihren Zeitgenossen und Späteren geblieben ist.

Wie es fortan den Zähringer nicht mehr zu kümmern brauchte, was inWestjuranien und Niederburgund geschah, so muss spätestens jetzt, mit derLösung des Vertrages von 1152, wenn es nicht etwa schon nach dem Römer-zuge geschehen war, die Freigabe der Burgen und Güter an der schwäbi-schen Alb erfolgt sein, die Bertold vor vier Jahren Friedrich zum Pfändegesetzt hatte. Wir finden sie dementsprechend nach dieser Zeit in der Handdes zähringischen Hauses.

So war nun endlich mit Aussicht auf Dauer und Erfolg eine denZähringern entsprechende Stellung erreicht worden. Erst jetzt beginnt dieeigentliche Thätigkeit des so lange mit seiner ganzen Aufmerksamkeit unab-lässig auf den Träger der Krone gerichteten Bertold's IV für seine Lande, ins-besondere auch für deren burgundischen, heutzutage schweizerischen Theil.

Er verlor nun keine Zeit mehr. Nur noch eine Zusammenkunft hatteer mit Friedrich, als dieser zu Mariae Lichtmess 1157 nach Ulm kam. Ausserihnen waren dort anwesend die Bischöfe Hermann von Constanz und die vonAugsburg, Worms und Trient, der Abt von Ellwangen, die Herzöge Weifund Friedrich von Schwaben, Pfalzgraf Otto von Witteisbach, MarkgrafBertold von Vohburg und eine Anzahl Grafen und Herren. Bertold nahmhier an der am 5. Febr. stattfindenden Verbriefung eines schon früher er-gangenen Rechtsspruches über die Vererbung der Regensburger StiftslehenTheil 1091 . Auf den sonst zahlreich besuchten weiteren Hoftagen des Kaisersim Frühjahr und Sommer 1157 finden wir dagegen den Herzog nicht mehr,der statt dessen in diesem Jahre eine Begegnung mit Bischof Amedeus vonLausanne hatte, der mit dem Lausanner Kanonikus Ulrich de Font, demDecan Otto von Crissier und seinem Vogte Emmo aus dem uns schon be-kannten Hause von Gerenstein dazu erschien 1092 .

Der Sprengel Lausanne's grenzte an der Aar und am Thuner undBrienzer See an den von Constanz 109S . Kloster Interlaken lag, wie wir wissen,

1091 St. 3762. Berhdolfus äux de Zeringen.

109a Vgl. die sogleich zu nennenden Urkk. H. Bertold's. Das folgende nach demam Anfang des 13. Jahrh. angelegten Chartular von Lausanne auf der Berner Staats-Biblio-thek, veröffentlicht v. F. de Gingins MDSK. VI Lausanne 1851.

1098 Vgl. St. 3730, oben S. 355.