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Geschichte der Herzöge von Zähringen
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357
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Friedrich's burgundische Heirath. 357

An sich brauchte freilich durch diese Heirath noch nichts geändert zusein. Aber würde der Kaiser es ertragen, für seiner Gemahlin Besitzungenunter seinem eigenen Statthalter zu stehen ? Würde er nicht bald versuchen,das Rectorat über ganz Burgund und die Provence wieder rückgängig zumachen, ebenso gut, als er seine Canzlei längst gewöhnt hatte, dem Zähringernur in ganz besonderen Umständen wie zur Belohnung oder in anderenFällen zur Beruhigung ausnahmsweise den Titel von Burgund zu gönnen?Es ist höchst bezeichnend, wenn ein den Dingen so nahe stehender Chronist,wie Otto von Freising, schon bei der Hochzeit Friedrich's sagt, er habe vonda an nicht nur Burgund, sondern auch die Provence, die beiden dem Reicheso lange entfremdeten Lande, ausgehend von dem Rechte seiner Gattindie doch nur als Herrin von Grafengütern einen Theil von Hochburgundgeerbt hatte! familiariter zu besitzen begonnen. Dem entsprach esauch schon, wenn Friedrich sogleich wieder in "Würzburg für drei west-juranische Klöster urkundete, während doch nur die Bisthümer dem Rectornicht unterstehen sollten.

Was konnte Bertold thun ? Sah er sich nach Bundesgenossen umHeinrich von Oesterreich war just soeben durch neue Hoffnungen versöhntworden, Albrecht der Bär und Wladislaw von Böhmen hatten allen Grollaufgegeben und sich unter den Hochzeitsgästen getummelt, ebenso Hermannvon Stahleck, der kurz vorher den strafenden Zorn des Kaisers erduldethatte-, des Zähringers eigener Schwager, Heinrich der Löwe, war mit demStaufer eng verbunden, auch mit dem Grafen von Macon war jede Verstän-digung ausgeschlossen. Der Kaiser hatte den Zeitpunct abgewartet, daNiemand an seiner Stärke zu rütteln wagen konnte. Bertold blieb gar nichtsübrig, als sich vorläufig ruhig zu verhalten und sich zurückzuziehen. Frie-drich kam im Sommer nach Schwaben, hielt in Ulm Hoftag und war am17. Aug. zu Colmar l08e , aber aus dem zähringischen Hause begrüsste ihnnur Hermann von Baden an letzterem Orte, der Herzog nicht. Vielleichtzog der Kaiser von da aus auch auf der Rückkehr wieder durch das Gebiet,in dem die zähringischen Besitzungen lagen, denn er ging nach Regensburg,wo er am 17. Sept. durch die Erhebung Oesterreichs zu einem selbständigenHerzogthume seinen und Heinrich's des Löwen völligen Ausgleich mit Hein-rich von Babenberg zu Stande brachte.

Nichts mehr konnte damals den Rothbart bedrücken, ausser der nochfehlenden Aussöhnung mit Bertold. Und selbst diese scheint unter der Wuchtder Verhältnisse in der nun nächstkommenden Zeit erfolgt zu sein. Otto vonFreising, der am 21. Sept. 1158 starb, hat das Abkommen mit dem Zähringer-herzog noch in sein Werk aufgenommen 1087 , während er Friedrich's Fahrt

1036 St. 3749 u. 3751.1087 G. Fr. SA. 124.