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Geschichte der Herzöge von Zähringen
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351
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Rückkehr mit dem Kaiser. 351

war, riethen mit zu dem Zuge nach Apulien, die Uebrigen verharrten unterHinweis auf die Erschöpfung des Heeres durch Hitze und Verluste an Mann-schaft in ihrem Widerstände. So wurde Friedrich, da nun ein weiteres Ver-weilen in Italien gegenstandslos war, gezwungen,nicht ohne Bitterkeit desHerzens" 1072 nach Deutschland aufzubrechen.

Einige Fürsten beurlaubten sich sogleich von dem Kaiser und eiltenmit dessen Erlaubniss voraus in die Heimath, theils zu Schiffe durch dasadriatische Meer, theils über den grossen Bernhard, theils durch dieburgundische Grafschaft Maurienne über den Mont Cenis. Herzog Ber-told 1073 harrte mit Heinrich dem Löwen, Markgraf Hermann, PfalzgrafOtto und der Mehrzahl der Bischöfe bei dem Kaiser aus. Sie zogenmit ihm durch die Gebiete von Sinigaglia und Fano nach Norden, erreichtenbei Rimini die grosse Heerstrasse, die den Apennin begleitet und die sie aufdem.Herwege schon theilweise benutzt hatten, und lagerten am 25. Augustbei Faenza. Dann zogen sie durch die Gegend von Bologna an den Po, über-schritten ihn bei S. Benedetto mit Kähnen und rasteten (Anf. September)bei Castell dAzzano südlich von Verona. Hier war es, wo der Kaiser nachdem Spruche, den die Fürsten, deutsche und italienische, unter ihnen auchBertold, in feierlicher Curie fällten, die Mailänder wegen ihrer gegen andereStädte verübten Gewaltthätigkeiten und ihrer Weigerung, sich dem Spruchedes Kaisers zu stellen, mit dem kaiserlichen Banne belegte und ihnen alleRegalien, insonderheit den Zoll und das Münzrecht entzog, mit welch' letz-terem er nunmehr Cremona auch Pisa erhielt es hier privilegirte 107 *.Freilich, um solchem Gerichtsbeschlüsse auch die strafende That folgen zulassen, dazu war das Heer Friedrich's und seiner ihm gebliebenen Begleiterjetzt noch weit mehr zu schwach, als auf dem Vorbeimarsche von Norden herim verflossenen Frühjahr.

Desto kecker wurden die Städter. Es bestand eine Uebung, wonach dieVeroneser für die auf der Romfahrt vorbeipassirenden deutschen Heereetwas oberhalb ihrer Stadt eine Schiffbrücke zu zimmern hatten. Das hattensie auch jetzt gethan, dabei jedoch das auf den Kähnen liegende Holzwerkmöglichst schwach und unsolide hergerichtet, in der listigen Absicht, wenn

1072 Otto Fris. g. Fr. SA. 116.

io78 j^ an ,j ar f n i c }jt e t W a bei dem Berhtolfus comes, den Otto Fris. g. Fr. 116, dabeidiesen Namen vor die des Kärnthnerherzogs und des Steyrer Markgrafen stellend, als vor-aus heimgekehrt nennt, an unseren Bertold denken. Jener ist der Graf von Andechs unddaher der Zähringer mit Unrecht im Register der SA. der Gesta Friderici zu S. 116 inBetracht gezogen worden.

10,4 Vgl. die Urkk. St. 3723 (nebst den Berichtigungen auf S. 545) u. 3724 und dieZeugenreihe von 3723: Hermann von Constanz, Ortlieb von Basel, Konrad von Worms,Markward von Fulda, Heinrich von Sachsen, Bertolfus dux Ceringiae, Otto von Wittels-bach und Ulrich von Lenzburg nebst anderen Grafen.