Druckschrift 
Geschichte der Herzöge von Zähringen
Entstehung
Seite
345
Einzelbild herunterladen
 

Burgundischer Zwischenfall. 345

dete, die sich dem Eufe ihres jeweiligen Lehnsherrn zur Krönungsfahrt desKönigs entzogen hätten und entziehen würden 1048 .

Unter Führung der mailändischen Gesandtschaft brach man am Tagedanach auf. Aber bald wurde die Böswilligkeit dieser Führer offenkundig: dasHeer litt immer grösseren Mangel in den durch die vorhergegangenen Städte-fehden Mailands gänzlich verödeten Gregenden, in die es sich gerathen sah, undward dazu noch von nachhaltigen kalten Regengüssen, die auch die Wege ver-darben, bedrängt. So kam es denn, dass man aus Rosate die mailändischeBesatzung wies, mit den dortigen Vorräthen der dringenden Noth abhalf und dieFestung selbst noch in der Wuth niederbrannte.

Danach zog das Heer ganz in westlicher Richtung weiter. Als derKönig nach Ueberschreitung des Ticino bei dem gastlicheren Grafen vonBiandrate weilte, erschienen mailändische Gesandte, die der Stadt die Herr-schaft über Lodi und Como sichern sollten, worüber zu Roncaglia noch nichtendgiltig entschieden war. Ohne Bedingungen forderte jetzt der erzürnteKönig die Freigabe der Städte, und als diese unterblieb und die daraufhinmehrfach vor das Königsgericht beschiedenen Mailänder vor diesem nichterschienen, sprach er über sie wegen der Vergewaltigung der Städte nach demUrtheil der Fürsten den Bann aus. Die Zerstörung der mailändischen BurgenGalliate, Torre di Morno und Trecate gab zunächst dem Spruch Nachdruck.

Bald danach im Januar das Weihnachtsfest war inzwischen imLager vor Galliate begangen worden tauchte mitten in diesen italienischenWirren zwischen dem König und dem Herzog Bertold die burgundischeFrage unmittelbar auf, da der Delphin Guigo, Graf von Albon nach RivaroloBotschaft sandte und Vergünstigungen nachsuchte. Weder Friedrich nochBertold konnte in diesem Augenblicke die Zuspitzung der offenen Fragenüber die Competenz in Burgund heb sein: so trafen sie (nachdem Bertoldschon in der Zeugenreihe einer für das Bisthum Novara am 3. Jan. 1155 zuCasale ausgestellten Königsurkunde wieder als Herzog Burgunds bezeichnetworden war 1049 ) den eigenthümlichen und dem Vertrage von 1152 nichtmehr entsprechenden Ausweg, Burgund völlig wie ein Reichsherzogthum zubehandeln: der König vollzog am 13. Jan. die Belehnung Guigo's mit Re-galien, nämlich den Silberbergwerken zu Rama im Erzbisthum Embrun unddem Rechte in Sesana Münzen zu schlagen 105 °; dem Herzog von Zähringendagegen liess er, obwohl er dessen Statthalterrecht durch sein eigenesHinübergreifen ohne in Burgund zu sein! bei Seite gesetzt hatte, dielandesherrliche Stellung im vollen Umfange. So konnte denn Bertold an den

1048 MGLL. II 96. Zu dem zweiten Theil vgl. Otto Fris. 1. c.

1049 St. 3703. dux Burgtmdie.

1060 St. 3704. Bertholdus dux de Thuringia [ Ttoringia].