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Geschichte der Herzöge von Zähringen
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344 ll 54 - 1155 -

sondern mit dem Heere des Königs über den Brenner ging auch dasspricht gegen eine grössere eigene Begleitmannschaft, erfahren wir daraus,dass er am 19. Nov. 1154 in einer bei Brixen ausgestellten Urkunde desBamberger Bischofs als Zeuge erscheint 1044 .

Am 29. Nov. war das Heer im Gebiete von Lodi, von wo es die ron-calische Ebene betrat. Hier hielt der Rothbart nach der Sitte der romfahren-den Könige die Heerschau ab 1045 . An hoher StaDge ward der Heerschildaufgehangen und der Herold des königlichen Hofes rief zur Nachtwache auf.Diesen Ehrendienst übten vor dem Königszelte die ersten Vasallen der Krone,sie selber riefen wideriun zur Nachtwache vor ihren Zelten die Namen dereigenen Lehnsträger durch Herolde auf, und so verfuhr man weiter herab.Am nächsten Morgen wurden diejenigen, die bei der Nachtwache gefehlthatten, noch einmal vor ihre Lehnsherren gefordert. Auf diese Weise stellteman fest, wer sich der Gefolgspflicht entzogen hatte, und wer dazu der be-sonderen lehnsherrlichen Erlaubniss entbehrte, der wurde seiner Lehen ver-lustig erklärt. Bei der Heerschau von 1154 mussten nicht nur einigen Laienihre Reichslehen, sondern auch den Prälaten von Bremen und Halberstadtihre Regalien abgesprochen werden.

Eünf Tage weilte der König auf der Ebene und sass nach der Sitte derfrüheren Herrscher zu Gericht. Viele Italiener sah Herzog Bertold hier, diezur Huldigung entboten waren oder zum Gerichte erschienen: den Mark-grafen Wilhelm von Montferrat, den Grafen Guido von Biandrate, die Ge-sandten von Genua, unter denen der berühmte Annalist Cafarus war, welcheLöwen, Strausse, Papageien und ähnliche Wunder überbrachten, die diemuthige Seefahrerstadt erbeutet hatte, ferner von Pisa, Mailand, Lodi, Comound anderen Städten. Der Herzog von Zähringen wurde (mit diesem Titel)in die Urkunden eingetragen, welche der König zu Roncaglia ausgab und vondenen eine vom 3. Dec. für die Camaldulenserklöster 1046 und eine für KlosterDisentis 1047 in Churrätien erhalten sind. Bertold wird auch nicht etwa zu-fällig gefehlt haben, als der König am 5. Dec. alle Bischöfe, Herzöge,Markgrafen, Pfalzgrafen, Grafen und sonstige Edlen zur Berathung ver-sammelte, das Verbot Lotar's Lehen ohne Einwilligung der Lehnsherrenirgendwie zu veräussern nachdrücklich erneute und dabei noch einmal fürItalien und Deutschland den Verlust der Lehen seitens derjenigen verkün-

lo*« Für Kloster Reichersberg. Mon. Boica III 426 ff. Perthtoldus dux Zaringe. DieVerbesserung des Datums (statt 16. Nov.) wird St. 3696 (wohl nach dem mir unzugäng-lichen Abdr.imUB. d.L. ob der Enns) gegeben. Auch St. 3698 vom 23. Nov. aus Ber-gamo nennt Bertöldus dux de Ceringa als Zeugen.

1046 Otto Fris. g. Fr. SA. 91. Vgl. Weiland, Forsch, z. d. Gesch. VII 167 ff.1048 St. 3699.

1047 St. 3701. dux de Baringa.