346 1155.
Delphin folgendermassen schreiben 1051 : „Bertold, durch Gunst göttlicherGnade Herzog von Burgund, seinem lieben Guigo, dem Delphin, Grafen vonAlbon, Gruss. Da Nichts der natürlichen Billigkeit so entspricht, als denWillen seines Herrn, der sein Eigenthum anderweitig überträgt, zu befolgen,darf ich von deiner Zuneigung in Treue hinsichtlich deiner Gesinnung unddeiner thatsächhchen Kräfte in Allem das Höchste erwarten. "Was ich anKecht durch die Erbschaft meiner Vorgänger oder königliche Verleihung inder Stadt Vienne habe, habe ich dir und deinen Erben geschenkt und fürimmer zu haben zugestanden. Ich habe auch fest abgemacht, dass ich mitGraf Wilhelm, falls er dich hierin irgendwie zu verletzen versuchen sollte, solange Krieg führen werde, bis ich vollbracht habe, dass du die Stadt inFrieden frei und völlig besitzest. Du aber hast, mir die Mannschaft leistend,umgekehrt versprochen, dass du mich in die Stadt Vienne geziemend auf-nimmst, so oft ich dazu veranlasst bin. — Diese Schenkung ist geschehen zuBivarolo vor Herrn Friedrich römischem König und vor seinen Fürstenunter seiner Zustimmung und Bestätigung. Zeugen der Schenkung waren:Ortlieb Bischof von Basel, Hermann Bischof von Constanz, Eberhard Bischofvon Bamberg, Wibald Abt von Stablo und Oorvey, Albert Primicerius vonVerdun, Petrus Propst zu Metz, Guigo de Domina, Guillelmus Rusticelli,Boso de Arenis, Radulfus de Sala, Alamannus Paganus und Guigo seinBruder, Guigo Garini und sein Bruder Chabert, Petrus Gaufredi, EustachiusAlmandi de Riva, Chabertus de Curara. Ausserdem war Herzog Heinrichvon Sachsen anwesend und Markgraf Ottokar von Steyer hiess diese Schen-kung gut. Geschehen ist dies im Jahre der Fleischwerdung des Herrn 1155,in der dritten Indiction, unter der Regierung des Herrn Friedrich des ruhm-würdigen Königs der Römer, im dritten Jahre seiner Herrschaft."
So war denn unter des Königs Augen mit dem von Konrad III undFriedrich selbst (i. J. 1153) festgehaltenen Grundsatze völlig gebrochen wor-den, Vienne als eine Stadt zu betrachten, die ihr Erzbischof unmittelbar vomReiche habe. Wir werden hieraus eben nur zu erkennen 1052 haben, wieschwankend und selbst planlos — je nachdem, wen man sich gegenüberhatte — man im Ganzen in den dem unmittelbaren Eingreifen weiter ent-rückten burgundischen Angelegenheiten verfuhr. Diesmal hatte es eben ge-golten, Bertold nicht zu erzürnen und zugleich den Delphin zu gewinnenund lediglich danach war verfahren worden. Die Aufgabe übrigens, die Ber-
1061 (Vaibonais) Histoire' de Dauphine et des princes qui ont porte le nom de Dau-phins. Genf 1722. 2 Bde. Fol. II 255, Anm. b. Daraus auch F. r. Bern. I 433 f. Die Namensind von der Ueberlieferung übel zugerichtet und im Text oben möglichst berichtigtworden.
io52 Yalbonais 1. c. 256 macht etwas unbestimmte Erklärungsversuche. Auch Hüffer91 f. vermag keine Lösung zu finden.