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und "Wohlthäter oder auch als Gegner gekommen war, hatte begrüssen undsich nahe erblicken können. —
Mit Herzog Konrad schied ein Mann aus der Geschichte des Reiches,dessen Mässigung dieses zu verdanken hat, dass ihm nicht viel Unruhe, Par-theiung, Fehde hinzu erwachsen ist. Um sein eigenes Haus hat dieser Herzogsich grössere Verdienste erworben als irgend einer seiner Vorgänger undNachfolger: er hat den fast verlorenen Reichsfürstenstand der Zähringergerettet, eigentlich auf's Neue begründet, und hat dem vierten und fünftenBertold die neugeschaffene Grundlage für eine bedeutende Stellung hinter-lassen. Von diesen beiden ist ihm der Enkel viel ähnlicher als der Sohn ge-worden: dieser, Bertold IV, ist derjenige, der am ehesten nach der Gross-that sich sehnt, sich in den allgemeinen Dingen tummelt und sein Handelnnach raschen Eingebungen und nach seinen Wünschen lenkt, er ist zugleichder leicht hoffende und der leicht versöhnte. "Wir kennen auch bei Konraddiese Anwandlungen: wie ein Mal ein sich überlegen wissender geistlicherHerr das voreilige "Wort zu harter Abfertigung ausnutzen konnte, zu welchemKonrad die Dankbarkeit hingerissen hatte — aber hätte der Salzburger denHerzog genauer gekannt, so würde auch er erfahren haben, wie gerade dieserMann es gelernt hatte, den lebhaften Bethätigungsdrang durch Ueberlegungund Selbstbeherrschung zu zügeln. Und eben damit stellt am meisten geradeKonrad, mehr noch als Bertold I, für den die Dinge, die Entscheidungstets einfacher lagen, den Gesammtsinn des zähringischen Hauses dar. —Jene Lebhaftigkeit, die sie unterdrücken mussten, sie ist wie etwas vonstaufischer Art, und auch in ihren Adern rollte ja noch das Blut einerStauferin. Voll innerlichen Herzenswunsches, zusammen mit den Stauferngehen zu können, von der Klugheit darin zurückgehalten, dann doch durchbestimmte Hoffnung wieder gelockt und schliesslich jedesmal bitter ent-täuscht, so gehen die drei letzten Zähringer neben dem glänzendsten Hauseder schwäbischen Geschichte her. East muthet es an, als hätten, ganz frei,die Zähringer eine andere Richtung genommen, als sie es gethan haben, alsseien es erst die Staufer gewesen, die eine auch bei Jenen keimend inne-wohnende verwandte Eigenart durch das Nebeneinander überragend nieder-gedrückt haben. Und so bleibt denn als das Deutlichere doch der Gegensatzübrig: hier der schwäbische Herzogs- und Königshof, wo aller Cultus desGrossen, des Heldenhaften und Hochgesinnten und wo mit der Freude altergermanischer prunkender Formen zugleich das neue Treiben kreuzzugs-erwachsenen Ritterspiels und Frauenlobes mehr und mehr ihre fröhliche,klangreiche Heimstätte aufschlagen, während dort das zweite schwäbischeHaus — bei aller wo es gilt bewiesenen Tüchtigkeit im Felde — in derHauptsache in friedesuchender haushälterischer Verwaltung, im Erwerbreicher Vogteien an Klöstern und Städten und in einer schöpferischen, nutz-