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Geschichte der Herzöge von Zähringen
Entstehung
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294 H39.

schlagen zu sagen: „Konrad, der Sohn des einstigen Herzogs Bertold", mankonnte an dem Herzogstitel des inzwischen noch mächtiger gewordenen Zäh-ringer Herrn, der ausserdem auch der Statthalter von Burgund war, nicht mehrrütteln. Andererseits hatte das Rectorat selber bisher noch keinen Titel fürseinen Inhaber ausgebildet. Gegen „Herzog von Zähringen" lag das besondereBedenken für strenge Canzleiherren vor, dass das deutsche Reich ein solchesHerzogthum nicht kannte; höchst ungern nur hatte man jederzeit diese Be-zeichnung angewandt. Lieber ging man in der Geschichte des Hauses suchendzurück; da begegnete zunächst Bertold'sII Gegenherzogthum von Schwaben— daran anzuknüpfen war unmöglich; aber dann Bertold's I kärnthnischeHerzogswürde, die zwar nicht thatsächlich ausgeübt worden, aber doch vomReiche verliehen und anerkannt gewesen war. Auf diese griff man wiederzurück, da nun doch einmal sie den Herzogsrang in das zähringische Hausgebracht hatte — Herzog Ulrich von Kärnthen, der darüber wohl etwas ver-wundert hätte sein dürfen, war ja zu Strassburg nicht anwesend, wie er es 1138zu Bamberg gewesen war, wo man aber, wie wir wissen, den dort mit Ulrichzusammentreffenden Konrad als „Herzog von Burgund" geführt hatte. —Die zweite Erklärungsmöglichkeit ist einfacher, aber unwahrscheinlicher undwohl höchstens etwa für die Cölner Chronik zulässig: dass man die schlimme,aber — exempla docent — darum doch wol lockende Etymologie begangenhabe, Carinlhia zur sprachlichen Grundlage eines an sich gar nicht berech-tigten Zaringia zu machen 895 .

Die Urkunden, für welche Konrad unter den Zeugen steht, betreffen dieAbteien Pfäffers, Einsiedeln, Lieu-Oroissant, Selz und St. Maximin oder viel-mehr das Erzstift Trier, die eine führt in den Breisgau: der König bestätigteden Tausch von 1087 zwischen dem hl. Ulrich und dem Bischof Burkard vonBasel, der es möglich gemacht hatte, die von Ulrich geleitete cluniacensischeZelle von Grüningen nach dem Orte des späteren „St. Ulrich" im Schwarz-wald zu verlegen.

Zu Strassburg beschworen auf des Königs Geheiss die Fürsten, die an-wesend waren, gegen die — als Anhänger Heinrich's des Stolzen — das Reichin Aufruhr bringenden Sachsen einen Heerzug 89ö ; der auch den übrigen Purstenbrieflich angesagt wurde; um selber zu rüsten eilte der König sogleich nachSchluss des Hoftages nach Franken, wo wir — in Würzburg — ihn schon

893 Graphisch ist der Sache nicht beizukommen. Bernhardi Konrad III, 219 will inSt. 3428 — und zwar unnöthiger Weise; der Titel „von Kärnthen" ist ja auch sonst ge-sichert — Caringie für Garinthie emendiren. Aber die Quellen haben wohl einmal Ce —,aber nie Ca —, sondern dann nur Zfl(ringen). Caringie würde Karingie lauten.

89(1 Eo tempore iubente rege principes qui aderant expeditionem contra Saxones regnumcommoventes iuraverunt Schlusssatz der eben erwähnten St. 3391. Ueber die eigentümlicheInhaltsüberschreitung der Urk. vgl. Ficker, Beitr. z. Urkl. § 1(}4 und 218.