292 1138. 1139.
zu Augsburg 888 — wohin Herzog Konrad, um so mehr, als es ihm auf demRückwege lag, den König begleitet haben wird — ergebnisslos: der HerzogHeinrich vermied es überhaupt, vor das Antlitz des Königs zu treten, er blieb,während dieser in der schwäbischen Stadt weilte, in seinem Lager auf demrechten Lechufer, also auf bairischem Gebiet und unterhandelte von dort aus,und der König brach dann, als es endgiltig klar wurde, dass der Weife wederauf Sachsen noch auf Baiern verzichten werde, plötzlich auf und ritt in derRichtung von Würzburg davon. In der Stadt am Main ward über den trotzendenFürsten die Acht des Reiches verhängt.
Der Zähringer ist — wenn nicht etwa schon früher — von Augsburgaus in seine Lande zurückgekehrt. Er scheint durch die Bodenseegegendenseinen Weg fortgesetzt zu haben, denn das Kloster Reichenau suchte baldnach dieser Zeit die päpstliche Bestätigung für eine Schenkung Herzog Kon-rad's nach, durch die ihm dieser den vierten Theil des Dorfes Oehningen(BA. Radolfzell), den er als Erbgut besass, übertrug 8S9 . Es war das wohlein Versuch des Herzogs ähnlich wie früher in St. Gallen, so jetzt in Reichenaubei einem Schisma durch Unterstützung des einen Abtes Einfluss zu erlangen,denn gegen Abt Frideloh (von Hardtegg) war um Anfang 1137 Otto von Bötsteinals Gegenabt aufgestellt worden und erhielt seine Ansprüche noch aufrecht. —
Eine Spur, dass Konrad die nächste Zeit seinen Erblanden widmete,erhalten wir auch durch die Nachricht, dass mit seiner Erlaubniss am Oster-tag (23. April) 1139 einer seiner Ministerialen, Konrad von Rundsthal andas Kloster St. Georgen einen Theil des Wäldchens Schönbrunnen, das manzwischen St. Georgen und Rundsthal vermuthet, übertrug 890 .
Als aber der König, der inzwischen in Sachsen und Franken geweilthatte, dann Ende Mai 1139 nach Strassburg kam, suchte der zähringischeHerzog ihn von Neuem dort auf 891 . Er fand ausserdem Adelbero vonTrier und den hochburgundischen Metropoliten Humbert vonBesangon, ferner
889 Hist. Weif. MGSS. XXI 467: SA. 32. Welche Fürsten mit in Augsburg waren,ist an sich nicht bekannt; es spricht also nichts dagegen, dass der Zähringer den Könignoch begleitete.
889 Die päpstliche Urk. (Herrgott Gen. H-absb.II 160, J.-L. 8076) ward am 17. Febr.1140 ausgefertigt. Sie hebt hervor: cum omni iure, quam ipse [Konrad] successione heredi-taria inibi habebat. — Ueber die beiden Aebte vgl. Abbat. Mon. Aug. MGSS. II 38 undBernhardi, Konrad HI, 87.
890 Not. fund. mon. SGeorgii Zs. EX 223, eodem die(= 1139 ipso die s.päschae quierat VIII [rectius Villi] Tcdl. man). —■ „Sconibrunnen".
891 Er ist Zeuge in St. 3386—3392, vom 28. Mai, soweit sie datirt sind. Dieselbenergeben die sonstigen Anwesenden, vgl. auch St. 3385. Bernhardi legt S. 82 das Pfingstfestaus Verwechslung mit 1138 auf den 22. Mai; es fiel 1139 auf den 11. Juni. — St. 3388 fürKl. Lützel wird als unecht betrachtet, auch von Scheffer-Boichorst, während Ficker siemilder beurtheilt und die Zeugenreihe „entsprechend" findet, vgl. seine Beitr. z. Urkdl.§ 164 (I 290).