„Herzog von Burgund". 291
weg — allzu kurzweg — ein Ende und ermächtigte die Canzlei ihn in der Ur-kunde für St. Blasien „Herzog Konrad von Burgund" zu nennen.
Der Zähringer, der seine unter Lotar beobachtete Zurückhaltung bishernicht aufgegeben hatte, ist hier, nun er endlich auf vollkommen gleichen Bangmit den ersten weltlichen Fürsten des Reiches gestellt war, mit einem Schlagedes Königs eifrigster Anhänger geworden. Er ging mit ihm nach Begensburg,mitten in das Weifengebiet. Dorthin war zum Peter- und Paulstage (29. Juni)noch einmal der Erzbischof Konrad von Salzburg berufen worden, ein hoch-angesehener Herr, dessen Anschluss, wie man wusste, den Sieg König Konrad'sin ganz Baiern bedeuten würde und um den man sich daher von königlicherSeite eifrig bemühte 886 , der sich aber zur Mannschaftsleistung an den König,die er auch Lotar verweigert hatte, nicht herbeilassen wollte. Als er nun zuBegensburg wenigstens erschien, entfuhr es Konrad von Zähringen ihm inGegenwart des Königs und der Fürsten zu sagen, er müsse dem Königeseinem Herrn den Homagialeid leisten. Der Erzbischof antwortete ruhig:„Ich sehe, Herr Herzog, wenn Ihr der Wagen wäret, Ihr würdet ohne Zögernvor den Ochsen daherlaufen wollen. Was die Sache zwischen mir und demKönige unserem Herrn angeht, die wird so geordnet werden, dass Ihr merkenwerdet, nicht nöthig zu haben Euch Sorge darum zu machen". Der König inFurcht, der Erzbischof könne zu noch unfreundlicheren Worten fortgerissenwerden und alles verdorben werden, legte dem Zähringer die verwandte Handauf den Mund und verhinderte ihn irgend etwas zu erwidern, indem er zugleichbeschwichtigend sagte, er selber verlange nichts weiter von dem Erzbischof,als dessen gute Gesinnung 887 . Damit war denn auch der Zwischenfall zuEnde gebracht.
Wie selten aber begegnet in der ganzen Geschichte der Zähringerherzögeeine solche wie die hier wiedergegebene Nachricht, in der Einer von ihnenim lebhaften, unmittelbaren Thun und Wesen geschildert wird!
Konrad war damals offenbar derjenige Fürst, der dem König in demjungen gegenseitigen Eifer ihrer freundschaftlichen Vereinigung am nächstenstand. Denn als einen „sehr hervorragenden Mann" bezeichnet ihn die Salz-burger Aufzeichnung, die die kleine Begebenheit von Begensburg zu erzählenfür werth hält und in dieser selbst einen ganz besonderen Muth des Erzbischofeserkennt.
Im Angesicht der Erfolge des Staufers beugte sich jetzt auch Heinrichder Stolze, er lieferte den Gesandten des Königs die Beichsinsignien aus.Aber die beiden Herzogthümer gedachte er trotz der Bedenken, die der Königdagegen hatte, zu behalten und darüber verlief ein&festgesetzte Zusammenkunft
898 Vgl. die Briefe Jaffe V 528—531.
887 Gesta. archiepiscoporum Salisburgensium MGSS. XI 66.
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