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Geschichte der Herzöge von Zähringen
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290 1137. 1138.

hat es ihm auch allein überlassen Herr seiner Aufgabe zu werden. Konradseinerseits ist nie von der Treue gegen den Mann, der ihn zuerst nicht Herzognennen wollte und ihn dann erhöhte, gewichen, aber auch nie ein Kämpferfür Lotar gewesen. Das Verhältniss zwischen dem sächsischen Supplinburgerund dem schwäbischen Zähringer hat die Grundlage des gegenseitig gebotenenVortheils gehabt, weiter sind beide nicht miteinander gelangt. Mehr durchZufall mag es bei jenem Verhältniss geblieben sein, denn wenigstens Konrad,wie wir bald erfahren werden, war nicht immer nur ein vorsichtiger .Rechner,sondern konnte eher zu sehr von unmittelbarer Lebhaftigkeit und dem Eiferder Dankbarkeit sein. —

Am 7. März 1138 wählten zu Coblenz einige rheinische Fürsten zumKönig den Staufer Konrad, den ein paar Jahre vorher des Gegners Sieg ge-zwungen hatte die schon erhobene Krone vor dessen Füsse zu lege«. AmOstertag (3. April) hielt der neue König prächtig Hof zu Cöln, wohin weitereFürsten gekommen waren, ihm zu huldigen; der soeben noch stolz empor-steigende Stern des mächtigen Weifen begann sich mehr und mehr zu neigen.Als der König die Fürsten des Reiches auf Pfingsten (22. Mai) nach Bambergrief, erwartete er, dass Niemand fehlen werde, der ihm noch nicht gehuldigtund seine Lehen aus des neuen Königs Hand empfangen habe.

Konrad von Zähringen ist so wenig an der Wahl von 1138, wie an dervon 1125 betheiligt gewesen. Er hatte den Staufern nie nahe gestanden, aberwar auch nicht ihr Feind geworden. Nun folgte er dem Rufe des vom Erfolgegetragenen Königs und ging nach Bamberg sai . Dort traf er auch die Erz-bischöfe von Mainz, Trier und Bremen, die Bischöfe von Bamberg, Regens-burg, Speyer, Worms, Utrecht, Münster, Osnabrück, Paderborn, Eichstädt,Zeitz, den Pfalzgrafen Wilhelm, die Herzöge Ulrich von Böhmen, Friedrichvon Schwaben und Ulrich von Kärnthen, dessen Familie einst der seinigen sotrotzig entgegengestanden hatte, ferner die Markgrafen Leopold von Oestreich,Albrecht von der Nordmark, Engelbert von Istrien und Konrad von Wettin,die Grafen Gebhard von Sulzbach und Poppo von Andechs, dazu viele andere;vor allen auch die Wittwe Lotar's, die Kaiserin Richenza. Heinrich der Stolzeaber war nicht bei dem erwählten Könige erschienen.

König Konrad bestätigte zu Bamberg dem Kloster St. Blasien die ihmvon den beiden letzten Herrschern verliehenen Freiheiten, auf welchen ja auchdie sanctblasische Vogtei des Zähringerherzogs beruhte 885 . Aber es geschahnoch ein anderes zu dessen Gunsten: weniger auf staatsrechtliche Bedenklich-keiten gebend als der verstorbene Sachsenkaiser machte der Schwabe allenDeuteleien über die Stellung des Zähringers im Reichslande Burgund kurz-

834 Er ist Zeuge in St. 3378. Guonradus dux Burgundiae.

886 St. 3378. Vgl. über sie die Anm. Bemhardi's, Konrad III, Leipzig 1883, S. 46 f.