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Geschichte der Herzöge von Zähringen
Entstehung
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273
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Rainald verscherzt Ostjuranien. 273

Lotar betrachtete, wie aus seinen Handlungen hervorgeht, die Hinter-lassenschaft Wilhelm's IV als zunächst heimgefallen; der Gedanke einer Frei-gabe Burgunds war ihm selbstverständlich nicht in den Sinn gekommen. Obihm die grosse Machtsteigerung Rainald's durch die ostjuranische Erbschaftvon vornherein bedenklich war, wissen wir nicht. Jedenfalls durfte er Rainald'sHuldigung und Gesuch um Investitur erwarten. Diese aber erfolgten nicht;Rainald beruhigte sich völlig bei seinem Erbrecht 833 und kümmerte sich auch,als ihn Lotar dann mahnte, um nichts 824 . Ob des Königs Unwille 8 -' 5 überdiesen Verlauf der Angelegenheit noch durch bestimmte Aeusserungen desGrafen, etwaige ablehnende Antworten mit beeinflusst wurde, ist nicht zu er-kennen. Jedenfalls hielt Lotar es nicht für angebracht längere Zeit zu -wartenund traf noch im Jahre 1127 826 seine Verfügung. Das geschah auf einem Hof-tage zu Speyer, an dem auch eine Anzahl vornehmer Burgunder anwesendwar und der wohl im September des Jahres gebalten worden ist 8a7 . An einLehengericht, das dort über Rainald gehalten worden wäre, ist aus mannig-faltigen Gründen nicht zu glauben. Vielmehr wurde die Angelegenheit in demSinne behandelt, dass Rainald gar nicht als Inhaber oder berechtigter An-sprecher der erledigten Grafschaft betrachtet wurde.

Vom 27. August 1127 ist ein königlicher Gesetzeserlass datirt, der be-stimmt, dass wenn einVasall im Falle dernothwendigenErneuerung ohne Dolusinnerhalb der Frist von Jahr und Tag die Investitur nicht nachsucht, er dasbetreffende Lehen noch nicht verwirkt hat.Ein Dolus liegt nicht vor, wenner durch eine gerechte Sache gehindert gesäumt hat" 828 . Die Verkündigungdieses Gesetzes geht also gerade der Entscheidung der burgundischen An-gelegenheit vorher. Zwar ist die Echtheit des Erlasses nicht unbestritten, in-dessen giebt wohl der Zusammenhang, der sich hier für ihn erschliesst, nämlichdass er so kurz gerade vor dem September 1127, in dem Lotar Rainald dasburgundische Erbe absprach, gegeben wurde, einen neuen Punct zu seinen

823 nimis iusiiciae suae confisus u. s. w. Otto Fris.

824 Teuthonicos reges edictaque sepe voeatusSprevit. Ligurinus.

826 indignatio Otto Fris.

820 Das Jahr geben die Ann. S.Disibod. MGSS. XVII 23; sie haben auch die An-gabe Speyer und die Anwesenheit von Burgundern.

8 " Darüber vgl. Bernhardi, Lotar, 135 Anna. 41. Die Ann. S. Disibod. bringen eszwischen ihrer Nachricht zu Ostern und der zu Pfingsten; aber um Ostern war der Königin Goslar, Bernhardi 119 und St. 3233 c, und Pfingsten in Merseburg, Bernhardi 121,Anm. 10. Es scheint daher, als sei der Satz in der Hs. verstellt worden und habe sichursprünglich an die unmittelbar vor der Osterangabe erzählte Ermordung Wilhelm's an-schliessen sollen.

828 MGLL. II 80. Als Fälschung erklärt von Giesebrecht IV 2 409 u. 422. BeiStumpf (3235) auch im Nachtrag ohne den ominösen Stern weitergeführt.Heyok. 18