Druckschrift 
Geschichte der Herzöge von Zähringen
Entstehung
Seite
272
Einzelbild herunterladen
 

272 1127.

Graf Wilhelm II hatte zu "Weihnachten 1076 den von aller Welt ver-lassenen König Heinrich IV ehrenvoll aufgenommen und die freundlichenBeziehungen nach Deutschland hin hatte wenigstens die uns besonders be-schäftigende Linie seiner Nachkommen fortgesetzt. Wilhelm III sind wirbei der Weihe St. Peters auf dem Schwarzwalde schon begegnet 815 ; 1106gehörte er zu denjenigen Fürsten, auf die Heinrich IV seine letzte Hoffnungsetzte 816 . Wilhelm HI unterhielt also Beziehungen zum deutschen Hofe, auchführte er urkundend den Namen des Königs in der Datirung 817 auf; seinletztes Auftreten in den Quellen ist seine Anwesenheit am 8. Januar 1125bei Heinrich V zu Strassburg 818 . Die deutsche Canzlei nannte ihn, währenddas Haus in der Heimath selbst, wie wir sahen, auch eine Anzahl engereTitel führte, einfachGraf von Burgund" 819 und stellte ihn anderen Grafenvoran. Man wusste, dass er wie später sein Sohn in jener GegenddieHauptsache" 82 ° besass; man sprach auch wohl ohne Weiteres von demFürsten" und demFürstenthum" Burgunds 821 .

Als nun Wilhelm IV erschlagen war, trat Rainald III das erledigteErbe seines Vettersohnes an und dagegen konnte zunächst nichts eingewandtwerden 822 . Aber Eainald beleidigte den König, indem er sich um diesen beider Uebernahme der erledigten Lande, obwohl ein Theil Lehen und Amtvon der Krone war, in keiner Weise zu kümmern nöthig zu haben glaubte,während doch der frühere Inhaber Wilhelm HI der Krone verhältnissmässignahe gestanden hatte. Vielleicht wähnte er, mit dem Erlöschen des salischenHauses habe auch die Verbindung Burgunds mit der deutschen Krone ihrEnde gefunden; zu dem neuen Wahltage war ja in der That kein Burgundererschienen (denn der Baseler Bischof kann als solcher nicht betrachtet werden),noch war man seither von Burgund aus in irgend welche Beziehungen zuLotar, dem nur von Deutschen erwählten, getreten.

Beweisführung selbst nicht vollkommen unanfechtbar ist. Die Verwechselung Sedunensiumstatt Sälinensium konnte leicht geschehen.

916 S. 172. Dass sein Yater Rainald II damals wohl noch lebte, Btört nicht.

816 Heinrich's Schreiben b. Giesebrecht III 4 , 1252f.

817 F. r. Bern. 359 f.

818 S. oben S. 267.

819 comes Burgundiae in dem Schreiben bei Giesebrecht III * 1252 f.; ferner TrouillatI 245; so auch Ann. Patherburn. zu 1127 und Otto Fris. g. Fr. SA. 21 von seinem Sohne.

820 Otto Fris. g. Fr. SA. 124: factum est ut Gwilhelmus... rerum summam, dumadviveret, illa in provincia haberet; ib. 21 giebt er auch die Möglichkeit zu, die Grafschafteinen ducatus zu nennen.

821 So die Ann. Disibod. 1. c. princeps; principatus.

828 Otto Fris. g. Fr. SA. 124: Reginaldo comiti iure hereditario dominium cessit.(Auch das Folgende beruht auf Otto von Freising.) Ligurinus, 1. V:proximus agnatus comitis Beinaldus et her eslegitimus.