Tod Wilhelm's von Burgund. 269
wenigsten kann man dabei glauben, dass gerade der Zähringer versucht hättesich in Strassburg für den ihm übergeordneten Schwabenherzog einzusetzen,denn dass der König ihm selber den Herzogstitel nicht gelten Hess darf zunichts verleiten. Man muss darauf verzichten, zu sagen mit welchen Gedankenin jenen Tagen, als der Herzog Schwabens abgesetzt wurde, der König undder landlose Zähringerherzog auf einander blickten.
Von Strassburg eilte der König nach Sachsen, wo ein gutbesuchterFürstentag zu Goslar seine Absicht, nach Pfingsten gegen Friedrich zuziehen, einstimmig guthiess. Im Juni zog er den Oberrhein hinauf und ver-weilte auf's neue zu Strassburg, aber seine ohnehin durch einen inzwischennach Böhmen gemachten Feldzug geschwächten Heereskräfte waren zu gering,um den Gegner, der sich in seinen festen Burgen hielt, zu bezwingen und soging er unverrichteter Sache wieder stromabwärts. Auch ein Unternehmenim Jahre 1127 gegen das von den Staufern gehaltene Nürnberg schlug fehl,obgleich-der König hierbei die Unterstützung seines eifrigen jungen Schwieger-sohnes, Heinrich's des Stolzen hatte. Lotar bedurfte einer Machtverstärkungseiner Anhänger im Süden und diese zu erlangen bot sich noch in demgleichen Jahre eine Gelegenheit, die unmittelbar gerade dem Zähringerhausezu Gute kam und dem in die Stille zurückgetretenen Geschlechte eine neuegrosse und verheissungsreiche Aufgabe zuwies.
Am Anfang des Jahres 1127 war der junge hochburgundische Graf"Wilhelm von seinen eigenen Untergebenen ermordet worden 798 . Er stammte
708 Ann. Patherburn. S. 150 noctu in cubiculo suo. Ann. S. Disibodi MGSS. XVII 23a suis occiditur. Anselm. Gemblacensis MGSS. VI 380 zum 1. März 1127 (danach Ann.Fossenses MGSS. IV 30 zu 1128) gladiis eonfodiunt. . . ante altare orantem. Grabschriftder Herren von Glane im Lib. antiq. donat. Alteripe, F. r. Bern. I 398f. Nach ihr wäre (denAnnunciationsstil beachtet) der Todestag der 9. Febr. 1127. Ueber die abweichenden An-gaben und verbleibenden Unsicherheiten vgl. Wurstemberger, Gesch. d. alten Land-schaft Bern, Bern 1862, II 229ff., auch Bemhardi, Lotar, 133 Anm. 38. Ueber die ver-wandtschaftlichen Verhältnisse Wilhelm's vgl. dieselben S. 231 f. resp. 823 ff. KeinesNachweises bedarf, dass Agnes die Mutter Wilhelm's IV war, vgl. Otto Fris. g. Fr. SA. 124;Ligurinus L. V, v. 285 ff. Ich gebe die Grundzüge der Stammtafel (vgl. W. Gisi, Anz. f.Schweiz. Gesch. XVII, 1886 S. 73 ff.)
Otto Wilhelm.
Rainald I.
IWilhelm II f 1087.
Rainald II f 1097 (?). Stephan f 1102. Guido,'
---------------------"--------------------~, Erzb. v. Vienne =
Wilhelm III, lebt noch 8. Jan. 1125. Rainald in f 1156. Wilhelm von Papst Calixt IIGem. Agnes von Zähringen Gem.Agathe,Tochter Macon. f 1124.
Simon's von Ober-Wilhelm IV Puer lothringen.f 1127. |
Beatrix.