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Geschichte der Herzöge von Zähringen
Entstehung
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265
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Die Vogtei von St. Blasien. 265

Kloster sowohl von dem Kaiser wie von dem Papst das Recht, den Vogt freizu wählen und ihn bei Untauglichkeit abzusetzen, verbrieft bekommen 788 .Dasselbe auf's neue hatte sich St. Blasien am 28. December 1122, als auchKonrad von Zähringen zu Strassburg bei dem Kaiser weilte, von dem letz-teren mit dem weiteren Zusatz bestätigen lassen, dass der vom Abt mit Rath derBrüder erwählte Vogt nach des Abtes Ersuchen den Bann unmittelbar vomKönig empfangen solle 789 . Diesen Errungenschaften des Klosters aber hattesich das Hochstift einfach nicht gefügt und der von ihm eingesetzte VogtAdelgoz hatte fortgefahren, sein Amt zur vielfachen Bedrückung und Ver-gewaltigung, wie es wenigstens St. Blasien empfand, auszuüben. So warenAbt Rüsten und die Brüder von neuem bei dem Kaiser vorstellig gewordenund dieser hatte, als er bei der Belagerung von "Worms (im Spätjahr 1124)zu Neuhausen Quartier genommen hatte, die Angelegenheit wieder auf-genommen und in Gegenwart der drei Erzbischöfe und anderer Bischöfe undFürsten des Rheines, darunter auch des Baselers, die St. Blasianer ihre Klagebegründen lassen. Daraufhin hatte der Bischof Bertold vor der ganzen Ver-sammlung die Antwort gegeben: um dieser Sache willen und sich ihret-wegen zu rechtfertigen, sei er wahrlich nicht an das Hoflager gekommen,ausserdem seien die Getreuen der Baseler Kirche nicht anwesend und auchdie Urkunde, die das Recht Basels über jene Abtei enthalte, habe er nichtbei sich. Der König hatte die dreiste Rede hingehen lassen und ruhig denBischof mit seiner Urkunde auf "Weihnachten nach Strassburg beschieden.Dorthin kam seinerseits auch wieder Rüsten mit Begleitern aus dem Klosterund auf diesem Hoftage ward nun der Inhalt der bisher nicht wirksam ge-wordenen Urkunden zur vollen Durchführung gebracht. Zuerst entschied schonan Weihnachten ein von dem Constanzer Bischof Ulrich im Auftrage desKönigs gefälltes Urtheil, dem die anwesenden Bischöfe und Fürsten beitraten,dass St. Blasien ausschliesslich unter kaiserlichem Schutz und Schirm stehe,danach ward noch einmal unter ausführlicher Begründung und mit erzählenderDarlegung die Verbriefung des Kaisers bestätigt, die dem Abt und denBrüderndieWahl und etwaige Absetzung desVogtes freigab, woraufhin Abt Rüsten mitdemRathe der Brüder den Adelgoz alsVerächter der Rechte von St. Blasien nachdem Urtheil der Fürsten absetzte und der Kaiser selbst, unbeschadet der neu-bestätigten Freiheit des Klosters, als dessen erwählten Vogt nach seinem und derBrüder EntschlussKonrad, den Sohn des Herzogs Bertold" erhob und ihmden Bann aus kaiserlicher Verleihung übertrug. So war auf Kosten Baselsdie Angelegenheit im gemeinsamen Interesse des Kaisers, des Klosters und desvon ihnen herangezogenen Zähringers geordnet und eine am 8. Januar 1125

788 Gerbert H. s. n. III 48 ff.

789 St. 3185.