Druckschrift 
Geschichte der Herzöge von Zähringen
Entstehung
Seite
264
Einzelbild herunterladen
 

264 1124. 1125.

grossen Feier auch Herzog Friedrich, sieben Grafen, darunter Ulrich vonGaniertingen, und eine Anzahl freier Herren hei.

In der Weihnachtszeit von 1124 hielt sich Konrad, wie zwei Jahre zu-vor auch, bei dem am Oberrhein weilenden Kaiser auf. Am 28. December1124 stehtHerzog Konrad" in der aus Strassburg datirten Urkunde 788Heinrich'sV für das Kloster Engelberg, deren Originalität in der überliefertenForm allerdings nach dem von der Kritik über sie Beigebrachten nicht auf-recht erhalten werden kann. Dass Konrad jedoch wirklich um jene Zeit schonbei dem Kaiser in Strassburg war, wird anderweitig gesichert, dadurch, dassam 31. December das Königsgericht in einer von Konrad als Vogt vonSt. Georgen mitbetriebenen Sache entschied. Man erinnert sich, dass dieletzte Schenkung, die Hezelo, der Stifter von St. Georgen, und sein SohnHermann ihrem Kloster durch ihre Verwandten, die von Entringen zugewiesenhatten, dem Kloster durch Ulrich von Hurningen entrissen war, es mussteauch schon erwähnt werden, dass Ulrich nach Bertold's III, des Vogtes Todejene Güter abermals in Beschlag nahm. Daraufhin nun klagte jetzt zu Strass-burg Abt "Werner bei dem Kaiser und erlangte unterstützt von der KaiserinMathilde und den Herzögen Friedrich von Schwaben und Konrad von Zäh-ringen am 31. December 1124 einen Bescheid des Hofgerichts, der denjüngeren Ulrich, den Sohn des mittlerweile verstorbenen Bedrängers St. Geor-gens zwang, vor dem Kaiser in die Hand Herzog Konrad's als Vogts desKlosters die Güter zurückzulegen 794 . Die besondere Vogtei dieses Theilesdes St. Georgener Klostergutes hatte übrigens Heinrich von Schweinhausenin Folge einer vorhergegangenen Uebertragung durch den Abt inne; ihmwurde daher von Strassburg aus eine kurze Benachrichtigung durch kaiser-liches Mandat zugestellt 78ä .

Am 7. Januar 1125 wird Konrad in einer Kaiserurkunde als Zeuge er-wähnt, durch die Heinrich V dem Bischof von Constanz die Neuerrichtungund Ausstattung des Hospitals zu Kreuzungen bestätigte 786 . Am Tage da-rauf aber ward durch kaiserlicheVerbriefung eine Angelegenheit abgeschlossen,die für den Machtzuwachs des Herzogs Konrad und seine Stellung in Schwabenvon erheblicher Wichtigkeit war.

Seit Jahren arbeitete das Kloster St. Blasien an seiner Befreiung vonBasel, dessen Bischof bei dem Schwarzwaldkloster in der Constanzer Diöcesesowohl den Abt durch den Stab bestätigte, als auch den Vogt einfach ein-setzte. Schon hatte darüber ein Schiedsspruch stattgefunden 787 und das

788 Chonradus dux. St.* 3202.

784 Not. fand. S. Georg. Zs. IX 208. (St. 3202 a.)

786 1. c. S. 209. (St. 3202 b.)

788 St. 3203. Gerbert H. 3. n. DI 54 f.

787 Trouillat I 239.