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Geschichte der Herzöge von Zähringen
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262 1123.

hinüberzugreifen, die ihm das Concordat zugestand. Nach diesem wären esder Erzbischof und die Bischöfe der Mainzer Provinz gewesen, die über diestreitige Abtswahl in St. Gallen zunächst zu befinden gehabt hätten; stattihrer hörte der Kaiser die Ausführungen beider Partheien und befragte seinHofgericht. Dieses gab den Spruch: keine der beiden Partheien in St. Gallenkönne dem Recht des Kaisers im "Wege stehen, die streitige "Würde frei, wemer wolle, zu übertragen. Daraufhin stellte sich dann Heinrich V aus eigenemEntschluss auf die Seite Konrad's von Zähringen und erhob den von diesemempfohlenen Manegold. So hatte das kühne Vorgehen des Herzogs und dasihm dabei zu Statten kommende Verhältniss zu Heinrich V dem Interesseseines Hauses, das einst so heftig von dem kaiserlichen St. Gallen bekämpftworden war, nunmehr gerade in dem kaiserlichen Abte des Klosters eineStütze und einen verpflichteten Verbündeten gegeben. Heinrich von Twiel,der schwerlich als der von einer etwaigen päpstlich-hirsauischen Parthei imKloster in Gegensatz zu der Haltung Ulrich's Vn von Eppenstein Erhobenezu betrachten ist, aber der durch sein Unterliegen naturgemäss zeitweilig zujener Richtung hinüber gedrängt wurde, ging auf Versuche zum Widerstandoder zur Rache verzichtend in das Kloster Zwiefalten, wo er verweilte, solange Manegold Abt war, und erlebte es noch, dass sich nach dessen Todefür ihn eine Gelegenheit ergab, als Propst nach St. Gallen zurückzukehren.Von Manegold aber meldet die Klostergeschichte, er habe das von beidenPartheien im Abtsstreite schlimm verthane Gut nach Kräften gesammelt undwieder beigebracht. Ob bei diesem anfänglichen Verthun und etwa auch demspäterenWiedererlangen das Interesse Herzog Konrad's in Betracht kam, er-wähnt sie leider nicht. Ueberhaupt ist nicht, unmittelbar zu ersehen, was demHerzog Konrad sein siegreiches Eingreifen eingetragen hat. Die einzige Spur,nach der man die Zähringer für ein späteres Jahr in Bezug zum Twiel hatsetzen wollen 779 , hat anderen Bezug. In der kommenden Zeit ist dagegen,was die Zähringer in St. Gallen anstreben, die Vogtei. Und da darf manes nun sicher mit obigen Ereignissen zusammenbringen, wenn wenigstens derGraf Ulrich von Gamertingen, der Konrad's Schwester, Judith, als Gemahlinheimführte, nach dieser Zeit als Vogt von St. Gallen erscheint 78 °. Als dieserGraf dann erst nach Konrad's Tode zwischen 1156 und 1167 starbund auch sein und der Judith junger Sohn vom Tode rasch hinweggerafft

779 Vgl. unten zu 1175. Gillum ist Chillon. Der hohe Twiel bleibt bei den von Twielund Klingen.

Ta0 Oont. caa. 103 f. Auch der Hrsg. bringt sein Vogtamt mit Herzog Konrad undManegold's Erhebung zusammen. Judith, die möglicher "Weise die jüngste SchwesterHerzog Konrad's war, hat (vgl. Ortlieb MGSS. X 85) i. J. 1135 eine schon erwachseneTochter, während ihr (nach dem "Wortlaut der Cont. cas. nicht vor dem Vater, aller-frühestens 1156 verstorbener) Sohn bei seinem Tode adhucpuer war.