258 1122. 1123.
Mitanwesend waren ausser den Partheien auch die freien Herren vonNeuenstein, Steinstadt, Hardtegg, Wart, Buchheim, Brandegg, Hausen undGundelfingen, von Ministerialen des Herzogs Bertold von Meisenheim undseine Söhne Rudolf und Bertold, Egilolf von Blankenberg, "Werner von Altikonund sein Bruder Hugo von Müllheim und Bivo von Epfenhofen. — Mit ihnenhatte also Konrad auf der Burg seines Vetters, des Markgrafen, das Weihnachts-fest begangen; dass er auf der Fahrt zum Kaiser begriffen war und Hermannin Baden nur abholte, geht daraus hervor, dass beide schon zwei Tage später,am 28.December 1122, Intervenienten in einer von HeinrichV an SiBlasienverliehenen Urkunde sind. Auch hier wird der Zähringer an diesem Datumals „Herzog Konrad" bezeichnet 768 .
Mit Konrad und seinem Vetter zugleich befanden sich damals zu Speyerbei dem Kaiser der Cardinalbischof Lambert von Ostia, die Bischöfe vonSpeyer, Regensburg, Metz, Verdun, Eichstädt, Pfalzgraf Gottfried von Calw,Konrad's Schwager, ferner Herzog Simon von Oberlothringen, die GrafenBerengar von Sulzbach, Konrad von Wirtemberg und die weiteren GrafenFriedrich, Hartmann und Otto. Es war nach langem Kampfe die Zeit desjungen Friedens und so schien es damals, als ob nur eine einzige Quelle derBesorgniss für den Kaiser übrig gebheben sei, die ablehnende und unversöhnteHaltung des Herzogs Lotar ferne im Norden, in Sachsen.
Konrad ist damals einige Zeit in der Nähe des Kaisers verbheben oderwenigstens bald wieder mit ihm zusammen getroffen. Denn auch in Urkunden,die der Kaiser am 23. und 24. Januar in Strassburg für die Klöster Alpirs-bach, die Stiftung der Zollern, und Waldkirch ausgestellt hat, erscheint erals Zeuge und Fürbitter und zwar widerum mit dem Herzogstitel, dem inder ersteren Urkunde noch „von Zähringen" hinzugesetzt ist 769 . Von Per-sonen, die Konrad nicht schon in Speyer gesehen hatte, waren hier noch an-wesend der Basler Bischof Bertold 77 °, der Abt Bertold von Murbach, fernerein Vetter seines Schwagers Gottfried von Calw, der Graf Adalbert vonLöwenstein, dann der Graf Hugo von Dagsburg, in dessen Fehde Bertold HIden Tod gefunden hatte, die Grafen Folmar von Huneburg, Wilhelm vonLützelburg, Adalbero von Aarburg und dessen Bruder Hermann, Friedrichvon Saarburg, Konrad von Horburg und andere Grafen, Burggraf, Schult-heiss und Zöllner zu Strassburg und neben diesen allen und einer Anzahl unter-elsässischer freier Herren die Mitgheder einiger mit dem zähringischen Hausein häufigerem Verkehr stehender Häuser, wie von Entersbach, Windschläg, Hof-
768 Counraäus dux. St. 3185, die Datirung ist WUB. I 356 f. irrthümlich als 1123,Dec. 28. verstanden. Ueber die Urk. selbst s. unten S. 265.
769 St. 3186, de Zeringen; und St. 3187.
7,0 Ueber dessen Abstammung ~W. Grisi im Anz. f. Schweiz. Gesch. 1886 S. 79 ff.handelt.