240 1115—1122.
Bertold aus der Haft entlassen wurde 734 . Im Kampfe der Aufständischenund Kaiserlichen war Bertold III, unseres Wissens wenigstens, nicht mehrselbständig betheiligt, wie es z.B. der Schwabenherzog undBertold's SchwagerPfalzgraf Gottfried, der Calwer, waren, welche Heinrich mit der Obhut desReiches betraut hatte, als er anfangs 1116 über die Alpen zog, um die Ma-thildischen Güter einzuziehen, auf die die letzten Verfügungen der Gräfin ihmdas Recht beliessen, und um in Rom selbst die Streitfage der Investitur zulösen; auch unter den Theilnehmern dieser Romfahrt finden wir Bertold nicht.Andererseits berührte es diesen nicht, dass der hauptsächlich von Sachsen ausvertretene Widerstreit gegen den Kaiser mehr und mehr die alte gregorianischeFärbung annahm, gegen die Heinrich IV gerungen hatte; der Enkel Ber-told's I verblieb wie zuvor auf der Seite des Kaisers. Gerade mit. dessen Vor-kämpfer und Vertreter, mit Friedrich von Schwaben, trifft er bei seinem erst-maligen Wiedererscheinen seit der Cölner Gefangenschaft, nämlich im Jahre1116 zu Rotenacker zusammen. Es liegt auch über diesen Tag wieder ein-mal — und wir müssen dafür noch dankbar sein, da sonst diese Tagfahrt über-haupt mit wer weiss wie vielen im dunklen Reiche der Vergessenheit verbliebe— nur eine Urkunde vor, eine, die nichts als den Vollzug der von Wernervon Kirchheim im Jahre 1092 an Kloster Schaffhausen gemachten Schenkungberichtet. Dass die Versammlung bloss dieser Formalhandlung wegen statt-gefunden habe, ist natürlich auch hier, schon wegen der Bedeutung und Anzahlder Theilnehmer, ausgeschlossen, denn es waren ausser den genannten beidenHerzogen auch der jüngere Weif (dessen Bruder Heinrich mit dem Kaisernach Italien gezogen war), sieben schwäbische Grafen, z. Th. mit Söhnenoder Brüdern, unter ihnen Rudolf von Bregenz, der Vetter des Herzogs Ber-told und Graf Ulrich von Gamertingen, sein Schwager, sowie eine grosseAnzahl freier Herren anwesend, darunter Bertold von Nimburg, der hier nichtals Graf bezeichnet wird, die von (Hohen-)Gundelfingen, Thanegg, Steuss-lingen und Razo von Rietheim, die alle auch bei anderer Gelegenheit, so aufTagfahrten, an denen für St. Peter geurkundet wird, in der Umgebung deszähringischen Herzogs erscheinen 735 . Da nun für den Schwabenherzog in diesem
784 Nach einer urkundlichen Nachricht für „ungefähr 1115" wäre Herzog Bertolddamals auf freiem Fuss und dabei anwesend gewesen, als das von dem hl. Ulrich gestifteteNonnenkloster zu Bollschweil noch ein wenig weiter vom Verkehr zurück nach Söldenverlegt wurde. Darin liegt jedoch ein Irrthum, den Verschiedene aus Mabillon's Ann. Ord.S. Bened. V 694 entnommen haben, auch Chr. Fr. Stalin, II 320. Die Urk. ist nach einemCopialbuch Cluny's gedruckt bei Neugart, CD. II 43 und nennt gar nicht den Herzog, viel-mehr Bertoldus comes, d. h. den Nimburger Grafen. Die Nimburger waren ja überhauptseit Alters die Vögte der Stiftungen Ulrich's.
" 5 WUB. I 341 f. = QzSchwGesch. IH 1, 32 ff. — Bazo de Bietheim dieser Urk. undBazo de Biethusen des RSP. 140 (vgl. auch Anm. 716) zu identificiren ist wohl erlaubt. Eswäre etwa, da beide Quellen auf Abschrift beruhen, an einer Stelle Bieth. falsch aufgelöst