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Geschichte der Herzöge von Zähringen
Entstehung
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Kaiser zurück und begnügte sich damit bis Jülich und bis nach Bonn hin dasLand ringsum zu verwüsten.

Ueberall in Niederlothringen und im westlichen Sachsen standen Kaiser-liche und Aufständische gegen einander in Waffen und durch das glücklicheweitere Vordringen der Aufständischen wurde Heinrich sogar veranlasst,auch diesen Verwüstungskrieg zeitweilig aufzugeben, um neue Streitkräfteaufzubieten; er ging nach Thüringen, wo er am 26. August zu Erfurt ur-kundete und Markgraf Hermann bei ihm war, Herzog Bertold,derGetreueste des Kaisers", jedoch nicht 728 ; so war dieser also entweder beidem Reichsheere geblieben, oder etwa, um auch seinerseits Verstärkungenaufzubringen, nach Alamannien geeilt. Fast scheint es, als ob das Heer über-haupt beurlaubt war, da die Cölner weiterhin im August und September aufkeinen Widerstand stiessen.

Ende September 7ä9 setzte sich dann das neue Aufgebot des Kaisers inBewegung: Sachsen, Franken, Alamannen, Baiern und burgundische Reiter.Sie zogen verwüstend und Schrecken verbreitend durch Westfalen und trafenam Rheine angelangt auf die Cölner und ihre Bundesgenossen, welcheinzwischengemeinschaftlich mit derselben Schonungslosigkeit gegen das Königsgut unddie Parthei Heinrich's sowohl aufwärts am Strom, als auch ihrerseits in West-falen gewüthet hatten. Bei Andernach kam es zum Schlagen; Heinrichselbst nahm nicht am Kampfe Theil, er erwartete in der Nähe den Ausgangund hatte den Befehl über die Truppen an die Herzöge übertragen 7a0 . DieCölner und ihre Bundesgenossen waren, wie wenigstens von ihrer Seite über-liefert wird, an Zahl unterlegen und zuerst schien das Kriegsglück auchgegen sie entscheiden zu wollen, Heinrich von Limburg, der frühere Herzogvon Lothringen, einer ihrer ersten Verbündeten, musste bis in das cölnischeLager zurückweichen und nur mit wenig Hoffnung setzte man den Kampf nochfort. Da aber brach plötzlich eine Schaar der edelsten Jugend Cölns, diesich in dem erbitterten Schwur zu siegen oder zu sterben verbunden hatte,aus den Reihen hervor und brachte in schonungslosem Gemetzel die kaiser-lichen Truppen in Verwirrung; so schwankte die Waage des Sieges zurück undGraf Dietrich von Ahr, als gewaltiger Kriegsmann weithin bekannt, machtedann mit den Seinen die Niederlage der Kaiserlichen vollkommen. Eine An-zahl von diesen sah sich gefangen, unter ihnen der Herzog Bertold selber 731 .

728 St. 3116. imperatori fidissimus heisst Bertold Chron. reg. Colon. Epc. IISA. 55 (zu 1114), ibid. Rec. I und II zu 1122, SA. 61.

720 Um St. Moritz'tag (22. Sept.) Chron. reg. Col. Rec. I SA. 55. Um den 1. OctoberEkkeh. Uraug. 248.

780 imperator per suos duces pugnaturus Chron. reg. Col. Rec. II SA. 55.

731 Die Chron. reg. Col. Rec. II SA. 55 nennt selbst ihn noch dux KarintMorum.wie sie SA.45 auch Bertoldll als dux Karintie bezeichnet. Vgl. darüber unten zu Anm. 894.