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Geschichte der Herzöge von Zähringen
Entstehung
Seite
229
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Regierungsanfänge. 229

Am 13. April ward Heinrich V zum Kaiser gekrönt und brach dannsogleich zur Rückkehr nach Deutschland auf. Am 6. Mai hatte er eine Zu-sammenkunft zu Bianello mit der Grossgräfin Mathilde und verweilte dreiTage bei ihr 705 , doch ist nicht ersichtlich, ob auch Bertold bei dieser Gelegen-heit die ihm durch seines Grossvaters zweite Ehe verwandte berühmte Frau hatbegrüssen können. Der Kaiser kehrte dann über den Brenner nach Deutsch-land zurück, während möglicherweise trotzdem Oberitalien nicht überallgünstig gesinnt war Bertold und die zähringischen Mannschaften für einenihnen näheren Weg beurlaubt wurden.

Als Bertold zurückkam zu Mutter und Geschwistern, war er selberinzwischen das Haupt des Geschlechtes und der Träger der zähringischenRechte und Güter, die vom Reiche gingen, geworden. Ferner ist nicht nurdie Vogtei von St. Peter, sondern auch die von St. Georgen auf demSchwarzwalde danach Bertold III zugefallen. Zunächst kam er noch ein-mal, ohne schon Vogt zu sein, mit Angelegenheiten des letzteren Klosters inBerührung.

Schon im Jahre 1084 hatte Hezelo, der ofterwähnte Stifter St. Georgens,in Gedanken an das schon vorauszusehende Aussterben seines Hauses mitseinem einzigen kinderlosen Sohne Hermann die Erben, nämlich seine Cog-naten Landold und Adalbert von Entringen nach Irslingen berufen und ihnenvor vielen Zeugen aufgetragen, falls das vorausgesetzte Aussterben des Hausesmit Hermann einträte, von der ganzen Hinterlassenschaft (von der er jedochdas Gut Ilugoldeshusen [man meint: Oggelshausen am Federsee bei Buchaujausnahm) die Honeute (Ritter) selbst zu behalten, das Uebrige alles anSt. Georgen zu übergeben. Dies Vermächtniss hatten dann die Söhne Lan-dold's in der That zur Ausführung zu bringen, da Hermann 1094, ohne Erbenzu hinterlassen, ermordet wurde. Der Jüngere von ihnen, Adalbert mitNamen wie sein Oheim, entledigte sich am 11. September 1111 zuKlein-Basel 706seines Antheils an jener Pflicht vor dem Herzog Bertold und dessen BrüdernRudolf und Konrad sowie Bertold von Nimburg, Friedrich und Arnold vonWolfach, Vogt Konrad von Waldkirch und anderen Herren; der andereBruder, Landold, vollzog den an ihn vererbten Auftrag am 16. Januar 1112bei Gelegenheit eines allgemeinen Schwabentages zu Ulm vor Herzog Friedrichund vielen Fürsten und freien Herren des Landes 707 . Als Vogt von St. Georgenauftretend aber wird Bertold III 1114 erscheinen. Es ist schon berührtworden, wie noch in demselben Jahre 1111 das zähringische Haus von neuenSchicksalsschlägen schwer niegergebeugt wurde, durch den Tod des jungen

705 Donizo V. Mathildis MGSS. XII 403.700 In villa Basilea eis Tlenum.

">' Alles nach Not. fund. S. Georgii Zs. IX 207 f. Zu denHoneuteu", curiales, vgl.Roth v. Schreckenstein Oberrh. Zs. XXXVII 367.