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Bei der Verlesung des Verzichtes der Kirche auf die kaiserlichen Schenkungenund die Eegalien aber erhob sich, zumal Rom sich den eigenen Besitz dabeiwahrte, ein ungeheurer Sturm in der Versammlung: die Bischöfe und anderegeistlichen Herren sahen mit einem Schlage ihre ganze irdische Stellung zer-flattern, die weltlichen Fürsten und Herren die Güter und Vogteirechte ent-schwinden, die sie von der Kirche trugen; sie alle drängten wirr nach vorne,riefen, die Urkunde sei ketzerisch und unmöglich-, der arglistige König be-eilte sich, sofort eigene Vorwürfe mit denen der Seinigen gegen Paschalis zuvereinigen und zog sich alsdann aus dem Tumult mit den Bischöfen undFürsten in einen Seitenraum der Kirche zur Berathung zurück. Nachdemder Papst lange auf sie gewartet hatte, sandte er hinein und wollte den Voll-zug des Vertrages und der Krönung. Aber man wollte von Beidem nichtsmehr wissen 5 falls Heinrich nicht etwa schon von vornherein derartiges voraus-gesetzthatte, so war er doch jetzt entschlossen, die Lage, wie sie geworden war,auszunutzen und es zu keiner schnellen Friedenshandlung kommen zu lassen.Am Abend des Tages sah sich Paschalis als Gefangenen und in der Hut desPatriarchen von Aquileja. Gegen die Deutschen aber erhob sich auf dieKunde von den vorgekommenen Heiligthumsfreveln und Priesterverletzungendas römische Volk und brachte zuwege, dass nach mehrtägigen Kämpfen inder Stadt, an denen er selber und wahrscheinlich auch die Fürsten seinerBegleitung theilgenommen hatten, der König (in der Nacht vom 15. auf den16. Februar) die Stadt räumte, jedoch nicht ohne den Papst und eine AnzahlCardinäle mit sich fortzuführen. In dem Lager, das er am Anio unterhalbTivoli bei der Lucanischen Brücke aufschlug, haben wir auch den jungenBertold zu suchen. Nach einigen Wochen, am Anfang April gab dann derniedergedrückte und ermattete Papst das Investiturverbot auf und am 11. desMonats ward der Friede beschworen: von Seiten des Königs die Freigebungder Gefangenen und die Zurückerstattung des Gutes des römischen Stuhles,was 14 Fürsten mit ihm durch Eid bekräftigten. Bertold war diesmal nichtunter den mit dem König Schwörenden. Doch ist dies wohl nur ein Zufall,denn auch sonst waren jetzt einige der erstmaligen Eidesbürgen durch anderePersönlichkeiten ersetzt worden. Oder sollte der junge Herzogssohn nachden Vorgängen vom 12. Februar sein Gewissen belastet gefühlt haben, weiler in jenem ersten Eid geschworen hatte: tum ero in facto aul consilio utdominus papa . . . capiatur mala captione? Oder schliesslich — ich selbermöchte aber daran nicht glauben 701 —: am Tage nach dem königlich-päpst-lichen Friedensschluss am Ponte Mammolo, am 12. April, starb Herzog Ber-told II; sollte eilende Botschaft vorher den Sohn an das Krankenlager desHerzogs in die schwäbische Heimath zurückgerufen haben ? —
704 Da seine Ankunft weder fdr die Beisetzung, noch selbst für die Schenkungen anSt. Peter abgewartet wurde.