Bertold'sII Tod. 219
wohl nicht an plötzlicher Krankheit, sondern wie sein Fernbleiben von desKönigs letzten Heerfahrten und zumal dem grossen Röraerzuge zeigt, nach-dem er die Schwäche der höheren Jahre an sich erfahren hatte. Er hat seinenBruder Gebhard um kaum ein halbes Jahr überlebt. Seine Leiche wurdenach dem von ihm gegründeten St. Peter gebracht, wohin sie Agnes, Ber-told's Wittwe, nebst ihren beiden jüngeren Söhnen Rudolf und Konrad undeinigen Ministerialen geleitete; der älteste Sohn, Bertold, war bei dem Königin Italien abwesend, wo er das zähringische Aufgebot führte. Von Fürsten,die diesseits der Alpen geblieben waren, erschienen zu der BeisetzungsfeierMarkgraf Hermann II der Neffe des entschlafenen Herzogs, und GrafFriedrich von Mömpelgard, zu dem ja durch die zweite Heirath Bertold's Ieine Beziehung bestand, ferner nahmen Theil Graf Bertold von Nimburg,Erkenbold von Kenzingen, Erlewin von Entersbach, Adalbero von Grafen-hausen, Heinrich von Hardtegg, Ulrich und sein Sohn Rudolf aus dem denZähringern zu allen Zeiten nahestehenden burgundischen Hause von Belp,dann noch Ruprecht und Heinrich von Schallstadt und Bern von Hofweier.Als des Herzogs Sarg noch über der Erde stand, schenkte Agnes mit ihrenbeiden Söhnen zum Seelenheil ihres Gatten an St. Peter ihr Gut m Dorf undGemarkung Schallstadt (BA. Freiburg) nebst den dort befindlichen Hörigen;einer der zähringischen Mannen, Namens Guntramnus, schenkte mit demgleichen Zweck unter Zustimmung der Herrin an das Kloster all sein Gutim Bezirk (pagus) von Gundelfingen (BA. Freiburg) und auch eine Schwesterdieses treuen Guntram, Namens Liucela, welche zu der Feier gekommen war,gab ein Höfchen und eine Wiese in dem gleichen Gundelfinger Bezirk. Da-nach zog unter den Trauerfeiern der Mönche der Herzog Bertold II als dererste in die weltentlegene Familiengruft auf dem Schwarzwalde ein. Am12. April aber hat jährlich das Kloster mit 5 Kerzen das Gedächtnissamtseines Gründers gefeiert.
Dem Herzog Bertold II ist ein freundliches und warmes Andenken er-halten geblieben. Nicht nur bei den Mönchen von St. Peter, die ihn denVater der Armen Christi in schwerer Zeit nannten 693 , was um so mehr fürden hilfreichen Eindruck seiner Persönlichkeit spricht, als er mit Schenkungenauch gegen St. Peter nicht allzu freigebig gewesen war und hier und da miteinem Kloster selbst eine vorübergehende Spannung gehabt hatte; auch dergegen die Zähringer im Allgemeinen so kühle Otto von Freising nennt Ber-told II den tüchtigsten und tapfersten Mann und erzählt von ihm: „wenn ihmeinmal ein Bote böse Nachricht zu bringen hatte und, wie es dann so ge-
Bildo Bertold's II bedeckt. Ueber das Schicksal der zähringischen Gebeine bei demBrande der alten und der Erbauung der neuen Kirche 1727 vgl. die Festschrift „Festumcathedrae s. Betri" Eottweil 1733.
608 RSB. 138. Danach ist die Wendung MGNecr. I 335 gemacht worden.