Bertold Gesandter an Paschalis. 213
die er für Christi Himmelfahrtstag (23. Mai) nach Troyes zusammenberufenhatte, waren auch die deutschen Bischöfe eingefordert. Heinrich selbst wardurch König Philipp Anfang Februar 1107 zu einer Zusammenkunft auf-gefordert worden 673 und lehnte sicher nicht völlig ab, denn als er im Frühlingvon Sachsen her an den Rhein und nach dem oberen Lothringen zog, kam ihmder französische König nebst dem Papste bis an die Grenze entgegen. Aberzu guter letzt wich Heinrich einer persönlichen Begegnung doch aus und jenegingen eilig zurück. Der deutsche König sandte ihnen dann (Anfang Mai)eine Gesandtschaft nach und an dieser hat auch der Herzog Bertold vonZähringen theilgenommen. "Wo sich der Herzog während des Winters auf-gehalten hatte, ist nicht bekannt; schwerlich ist zu glauben, dass er nach derAufhebung der Belagerung Cölns nicht nach Schwaben zurückgegangen sei,sondern mit dem König in Sachsen verweilt habe. Mit Bertold 679 in der Ge-sandtschaft waren der Erzbischof Bruno von Trier als ihr Sprecher und dieBischöfe Otto von Bamberg, Erlung von Würzburg, Reinhard von Halber-stadt und Burchard von Münster, ferner Herzog Weif, die Grafen Hermannvon Winzenburg und AViprecht von Groitsch nebst einer Anzahl andererHerren. Sie trafen den Papst mit König Philipp zusammen zu Ghälons ander Marne. Bruno erklärte im Namen des Königs Heinrich, bei der Er-ledigung von Bisthümern gestehe dieser die kanonische Wahl und Weihe, nach-dem der König vorher sein Einverständniss mit der Person des zu Wählendenkundgegeben habe, zu; nach der Weihe habe die Investitur durch den Königmit Ring und Stab und die Huldigung des neuen Bischofs zu erfolgen: aufandere Weise könne dieser den weltlichen Besitz und die Regalien nichtempfangen. Das erklärte Paschalis für Knechtschaft der Kirche und nannteinsbesondere eine Beschimpfung des geistlichen Standes, wenn die Klerikerdie dem Sacrament des Altars geweihten Hände in die blutbefleckte desLaien legen sollten. So schied man von einander in gegenseitiger Erbitterung.Auf dem Concil von Troyes, das nun Ende Mai tagte, fehlten — undmit ihnen Gebhard von Constanz — die eingeladenen deutschen Bischöfe, wasnatürlich der zuversichtlichen Stimmung auf dem Concil sehr Abbruch that.Die Versammlung fasste das Investiturverbot, das zur Verhandlung stand,daher in der vorsichtigeren Form, dass, „wer die bischöfliche Investitur oderirgend welche geistliche Würde hinfort von der Hand eines Laien empfangenwerde, abzusetzen sei, sobald er geweiht sei und ebenso der Weihende" 6S0 ,wobei also der investirende Laie selbst aus dem Spiele gelassen war; den
078 Chron. reg. Colon. SA. 46.
67q Chron. reg. Colon. SA. 46, Rec. I, die Bertold abermals als dum Sveviae bezeichnet,während ihn S. 45 die Rec. II zu 1106 dux Karintie nennt. Vgl. auch Suger's VitaLudovici VI b. Duchesne SS. IV 289.
as0 Ann. Saxo MÜSS. VI 745 f.