212 1106. 1107.
artige friedliche Vereinbarung ermöglicht werde. Beide Briefe liess der Königden Fürsten verlesen und beschloss mit diesen die Antwort; sie wies dieKlagendes Kaisers zurück und forderte ihn auf, sich dem Spruche einer erneutenReichsversammlung zu stellen. Das aber war ganz etwas anderes, als derauf die Fürsten bezügliche Vorschlag des Kaisers. Die Boten, die diesen Be-scheid überbrachten, fanden daher Heinrich IV nicht gewillt darauf ein-zugehen ; dagegen vernahm man gleichzeitig im Lager vor Cöln, wo Nahrungs-mangel und durch die Julihitze erzeugte Krankheiten herrschten, dass sichbei Lüttich um den Kaiser ein grösseres Heer zusammenziehe. So gab derKönig die Belagerung auf und rückte mit seinen Truppen unmittelbar gegendie Stellung des Kaisers. Letzteren forderte man auf, sich binnen 8 Tagen zuder besprochenen Vereinbarung in Aachen zu stellen; eranwortete, die Frist seizu kurz, innerhalb so kurzer Zeit könnten verschiedene Fürsten, die er namhaftmachte und deren Mitwirkung er für nothwendig erklärte, nicht zur Stellesein. Es ist kaum nöthig festzustellen, dass Herzog Bertold, der ja schon imHeere des Königs war, dabei nicht mitgenannt wurde und dass auch BischofGebhard nicht zu denen gehörte, auf deren Entscheid der Kaiser seine Hoffnungstellte.
Kurze Tage danach, am 7. August 1106, erlöste den Kaiser Heinrich IVnach kurzer Leibeskrankheit ein sanfter Tod von aller Drangsal seines Erden-lebens. Nur auf sechsundfünfzig Jahre hat er dieses gebracht. Seine Bittean den Sohn, ausgesprochen in der Stunde des Todes, lautete: ihn bei denEltern in Speyer beisetzen zu lassen und allen ihm treu Gebliebenen zu ver-zeihen. Das Erstere wollte Heinrich thun, aber die Bischöfe, mildelos, je-doch gestützt auf die kanonische Bestimmung, vergönnten auch der Leichedie geweihte Stätte nicht; erst als später andere Tage in Reich und Kirchegekommen waren, im Jahre 1111, hat sie nach allem Hin und Her im Kaiser-dom zu Speyer ihre Ruhe gefunden. Das Zweite wollte Heinrich selber nichterfüllen; er verzieh nicht. Mit aller Macht ward Cöln belagert und bald indie äusserste Bedrängniss gebracht. Da war es dann Bertold von Zähringen,der — und zwar auf Veranlassung der Bürger, weil nachher von dem langenZaudern des Königs berichtet wird — eine Vermittlung zu Stande brachte 077 :Cöln ergab sich und zahlte dem Kaiser für Schonung 5000 Mark. Daskönigliche Heer aber wurde aufgelöst und die Krieger gingen in ihre Heimathzurück.
Von dem Boden Frankreichs her hoffte Paschalis, der dort in viel-versprechender Weise von König, Adel und Geistlichkeit aufgenommen wordenwar, die Deutschen unter sein Investiturverbot zu beugen. Zu der Synode,
a " Chron. reg. Colon. SA. 45; Ann. Brunwilar. MGSS. XVI 726; Ann. Hildesli.111 (hier 6000 Talente).