Verstimmung Gebhard's. 211
lieber auswich, wenn sein Metropolit nicht ohne Absicht gerade ihn zu solchemBeistandeheranzog. Diesmal bat auchReinhard selber, Gebhard mögekommen.Er betonte seine Einsetzung durch den König: Beide wünschten, dass Geb-hard, wenn er wirklich verhindert sei selber zu kommen, seine Zustimmungsenden möge. Darin ist mit Recht ein Hineinziehen der Tnvestiturfrage er-blickt worden. Aber gleichzeitig erkennt man auch, dass diese nicht dasBestimmende für Gebhard war. Er ging nicht nach Mainz und entschuldigtesich mit Diöcesanpflichten und seinem Alter, aber seine Zustimmung undseinen erfreuten Glückwunsch zu der Einsetzung Reinhard's sprach er gerneund ausdrücklich aus.
Von Gebhard's gewiss sehr reger Thätigkeit für seineDiöcese in dieser Zeitnach so langer Vernachlässigung ist wenig genug bekannt. In das Jahr 1107fällt die Weihe der Kirche und des Altars des Klosters Amtenhausen, sowie(am 18. August) 1175 die der Krypta der Grossmünsterkirche in seines BrudersBertold Stadt, in Zürich, wo noch vor wenigen Jahren ein Anderer statt seinerhatte amtiren müssen. Am 13. September desselben Jahres kam er dannabermals nach Zürich und weihte auch den Marienaltar im Chor derselbenKirche. —
Vielleicht sah er Herzog Bertold bei solcher Gelegenheit. Jedenfallswaren sie gemeinsam auf dem Mainzer Tage gewesen. Aber wir haben keinenAnhalt dafür, wie sich Herzog Bertold auf-dem Mainzer Tage verhalten hat.Jedenfalls ist auch er, nachdem Heinrich V dort von allen Fürsten anerkanntworden, ihm ein treuer und sogar eifriger Anhänger gewesen. Er war beidem Heere, das König Heinrich um den 1. Juli 1106 aus Oberdeutschlandum Würzburg zusammengezogen hatte und das gegen das dem Kaiser treueCöln marschirte 676 . Aus dem Lager vor Com, dessen Belagerung sich sehrin die Länge zog, wurden Verhandlungen, an denen auch die Fürsten Theilhatten, mit dem in Lüttich bei dem treuen Otbert weilenden und Truppensammelnden alten Kaiser angeknüpft. Dieser forcierte eine Vereinbarung überKirche und Reich und schrieb seinem Sohne unter bitteren Vorwürfen, da er,der Kaiser, wie schon zu Mainz, auch jetzt sich Rom unterwerfe, welcherVorwand da noch erfunden werden könne gegen ihn vorzugehen; die Fürstenerinnerte er daran, dass ein grosser Theil von ihnen zu Mainz mit dem Vor-gehen des Königs nicht einverstanden gewesen sei; er selber sei nach wie vorbereit, sich Rom zu unterwerfen und sich einer nach dem Willen der Fürstengeschehenden Vereinbarung über Kirche und Reich zu fügen; er fordere beidem Gehorsam gegen die Kirche und dem Wohle des Reiches die Fürstenauf, ihm Ruhe vor den Waffen seines Sohnes zu verschaffen, auf dass eine der-
676 ZüUß. I 139. Die folgende Notiz ibid. (fehlt bei Henking und Const. Reg.)n7 ° Bertold's Theilnahme folgt aus der Stelle Chron. regia Coloniensis SA. 45ßecensio II: mediante duce Bertolfo Karintie.
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