Gebhard auf dem Concil von Guastalla. 209
bürg, Bamberg und Chur, sowie Konrad von Salzburg und der durch "Weif Vim Februar gewaltsam eingesetzte Gebhard von Trient Theil, welche beidevor dem Concil vom Papste die Weihe empfingen. Ferner war eine Gesandt-schaft König Heinrich's eingetroffen, an deren Spitze der Erzbischof Brunovon Trier stand und in der sich aucli die Kleriker Reinhard und Adelgoz be-fanden. — Die Synode verhandelte und zwar in wieder ziemlich versöhnlicherWeise, wie es für Deutschland aus Vernunftrücksichten kaum anders möglichwar, die Sache der von Schismatikern ordinirten Bischöfe und Kleriker, dienach Aufnahme in die Kirchengemeinschaft im Amte belassen werden sollten;d. h. soweit nicht Weiteres gegen sie vorläge, sie setzte z. B. den von Geb-hard zu Nordhausen auf die päpstliche Entscheidung verwiesenen Friedrichvon Halberstadt auf die Klagen seines Domcapitels hin ab, bestätigte auchdie von Gebhard verhängte Absetzung Widelo's von Minden und bannte aufsneue den langjährigen Bedränger Gebhard's, Ulrich von Eppenstein, denPatriarchen von Aquileja und Abt von St. Gallen. Wenn die Investiturfragezu Guastalla zur Besprechung gekommen ist, so ist über sie, worauf mit Rechthingewiesen worden ist, jedenfalls noch kein für Deutschland verbindlicherBeschluss veröffentlicht worden 673 . In einem Falle ist das Eingreifen Geb-hard's, der natürlich im Ganzen auf der Synode eine sehr massgebende Stel-lung eingenommen haben muss, noch besonders überliefert: die Versammlungwar auf Klage des Augsburger Domklerus bereit, den mit in Guastalla an-wesenden Bischof Hermann von Augsburg abzusetzen, weil er sich ohne Wahlund Weihe in das Bisthum eingedrängt habe. Da war es Gebhard, der sichmit dieser Angelegenheit des Augsburger Bisthums, auf das er ja schon seitJahren sein besonderes Augenmerk gerichtet hatte, zu Gunsten Hermann'sbefasste und entgegen dem Verlangen Richard's von Albano durchsetzte, dassHermann nur suspendirt wurde, bis seine Sache in Anwesenheit des Papsteszu Augsburg selbst werde entschieden sein.
Denn die Reise Paschalis' nach Deutschland wurde bei allem voraus-gesetzt ; mit dem Versprechen, zu Weihnachten werde der Papst mit demKönig und den Fürsten auf einem Mainzer Tage zusammentreffen , kehrtendie deutschen Besucher der Synode über die Alpen heim. Aber schon sogleichnach dem Schluss der Synode ging Paschalis von Guastalla südwestwärtszurück und dann nach Frankreich, während ihn König Heinrich bis Weih-nachten zu Regensburg vergebens erwartete. Den wirklichen Grund empfandschon Ekkehard von Aura, der mit in Guastalla gewesen war: „es hinter-
6?s Vgl. die Ausführungen Henkiug's S. 93 ff. Dass die Investitur aber schon Gegen-stand irgendwelcher Verhandlungen war und ein Beschluss vielleicht nur hinausgeschobenwurde, scheint (abgesehen von der Mittheilung in der V. Paschalis II bei Watterich IIS. 6 und im Registr. Paschalis ibid. 40) auch in der Stelle Ekkehard's von Aura S. 241zu liegen.
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