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Geschichte der Herzöge von Zähringen
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205
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Die Tage von Mainz und Ingelheim. 205

innerlich zufrieden sein; so gewiss die päpstlichen Legaten Gebhard und Car-dinal Richard, die als die am meisten Respectirten im Vordergrunde der Ver-sammelten standen. Ihr erstes war, die gegen Heinrich IV geschleudertenBannbullen der drei Päpste zu verlesen und zu betonen, dass jener schon seitJahren von der Kirchengemeinschaft ausgeschlossen sei. "Wer noch an einerichterliche Entscheidung der Versammlung zwischen Vater und Sohn ge-glaubt, wer noch die Stimme für den gefangenen Kaiser zu erheben gedachthatte, der musste jetzt eingeschüchtert verstummen.

Am 27. December erschien Heinrich's Kerkermeister, Gebhard vonUrach, der neue Electus von Speyer und meldete, der Kaiser sei zur Ab-dankung bereit. Wir wissen aus des Kaisers eigenen Mittheilungen, beson-ders an den König von Frankreich 6G0 , welche Mittel angewandt waren, umdiese Zusage herbeizuführen. Der erwünschte Bote selber, Gebhard vonUrach, ward an diesem Tage von seinem Metropoliten, Ruthard von Mainz,unter Assistenz Gebhard's vonConstanz undUdo's von Hildesheim geweiht 6fil .Ob auch dem neuen Bischof Robert von Würzburg, den Ruthard am gleichenTage weihte, die Auszeichnung der Theilnahme des päpstlichen Legaten Geb-hard zu Theil wurde, muss zweifelhaft bleiben. Dem Kaiser wurde die Auf-forderung zur Auslieferung der Reichsinsignien übersandt und nach neuenDrohungen des Boten veranlasste der gebrochene Mann in der That dieüebermittlung der Kleinodien an seinen Sohn. Nun sollte er noch vor denFürsten öffentlich abdanken, aber König Heinrich war vorsichtig genug, ihnauch jetzt noch nicht nach Mainz vor den Reichstag zu bringen, sondern Hessden Kaiser am 31. December nach Ingelheim führen, wohin er selbst mit ganzzuverlässigen Auserwählten, darunter den beiden 862 päpstlichen Legaten,ging, angeblich um den Vater von da aus persönlich nach Mainz zu geleiten.Nur sichere Feinde sah sich der Kaiser in Ingelheim gegenüber; sie schienenihm selbst sein Leben zu bedrohen. Das aber musste er erhalten, denn manenthielt ihm Priester, Beichte und Absolution Vor und der entsetzliche Ge-danke war mit all' seinen Schrecken vor seiner Seele emporgestiegen, ohnediese aus dem Leben fahren zu sollen. Darum hat er erklärt: was ihr befehlt,ich thuees. Damit aber hatten die Legaten noch nicht genug; sie verlangtendas ausführliche Bekenntniss von der Ungerechtigkeit seiner Verfolgungen

060 Jane V 241246.

661 Const. Reg. 628. Die "Weihe Robert's von "Würzburg durch Ruthard wird zu-sammen mit der Gebhard's von Speyer von den Ann. Hildesh. MGSS. III 110 erzählt, diein beiden Fällen von Gebhard von Constanz nichts erwähnen.

882 Vgl. gegenüber denjenigen Berichten, die Gebhard in den Hintergrund tretenlassen, die Ausführungen Henking's S. 84 und Ladewig's Const. Reg. 629. Die Peters-hausener Chronik wird auch hier auf der verlorenen Vita Bischof Gebhard's von Zähringenberuhen. Vgl. darüber in Henking's Excurs insbes. S. 117.