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Geschichte der Herzöge von Zähringen
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203
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Heinrich V vollendet sein Spiel. 203

troffen, die den Sohn nöthigten, doch wieder abzuziehen; so ging er nachFranken, wo er Würzburg, die gut kaiserliche Stadt, einnahm und daraufNürnberg belagerte. Der Kaiser folgte ihm und nahm in Würzburg, das inanderer Gesinnung nun auch ihm die Thore öffnen konnte, Quartier, solangeder König vor Nürnberg lag. Nach dessen ziemlich verzögerter Einnahme,etwa Anfang September, ging Heinrich V nach Regensburg, wohin ihm derVater mit seinen mittlerweile zusammengebrachten oder vermehrten Truppenfolgte. Drei Tage lang standen sich hier die Heere am Flusse Regen gegen-über, bis ganz plötzlich der Kaiser auf empfangene ungünstige Eindrücke hinverzagend sein Heer verliess und nach Böhmen floh. Von da aus gelangteer gegen Ende October wieder nach dem treuen Mainz. Aber auch der Sohn,dessen Ansehen und Anhang durch die verzagte Flucht des Kaisers sehr ge-stiegen war, zog in der Richtung zum Rheine heran und nahm am 31. OctoberSpeyer ein, wo er den ehrgeizigen Abt von Hirsau, Gebhard von Urach zumBischof machte. Der berufene Vorkämpfer der gregorianischen Ideen undErbe des grossen Abts Wilhelm nahm die Investitur aus des Königs Hand.Bald darauf verliess der Kaiser hoffnungslos Mainz und ging den Rhein hinab.Der König nahm die Stadt ein, in welche mit ihm nach achtjährigem ExilErzbischof Ruthard einzog, und berief hierher auf Weihnachten einen all-gemeinen Reichstag, welcher in Gegenwart der päpstlichen Legaten über diewichtigsten und dringendsten Fragen beschliessen solle. Dann eilte er eben-falls den Rhein hinab und am 22. December hatte der Meister aller List denVater in seiner Gewalt und Hess ihn auf die Burg Böckelheim im Nahethalverbringen.

Die beiden zähringischen Brüder waren den unmittelbaren Vorgängenzwischen dem Vater und dem Sohne zunächst ferne geblieben. Bischof Geb-hard scheint, da weitere Handlungen von ihm in Sachsen nicht berichtetwerden, nach der Weihe des Magdeburger Erzbischofs, also zu derselben Zeit,da Heinrich V zuerst gegen den Rhein vorrückte (in der zweiten Hälfte desJuni) nach Schwaben zurückgegangen zu sein 657 . Jedenfalls war am 21. Oc-tober Gebhard von Zähringen nicht bei dem Könige, sondern in seiner Bi-schofsstadt. An dem genannten Tage 658 errichtete er, der so lange sich nichtum die Angelegenheiten seiner Diöcese hatte kümmern können, auf einer

657 Es ist unrichtig, wenn Trithemius Chron. Hirsaug. I 334 berichtet, am 1. Nov.sei die "Weihe Gebhard's von Urach zum Speyerer Bischof durch Ruthard in Beisein Geb-hard's von Constanz und des Hildesheimer Bischofs vorgenommen worden. Die Ann.Hildesh. MGSS.I1I110 setzen die Weihe in nativitate S. Jöhannis evangelistae. Vgl. dazuConst. Reg. 628.

668 Der Text des Landfriedens MGLL. II 61 f. Gegen Pertz' Datirung (1103) diesehr überzeugende Darlegung Henking's S. 82. Die in den Const. Reg. 624 u. 625, dieebenfalls auf den 21. Oct. 1105 datirt sind, steckenden Nachrichten sind schon oben (S. 163)bei der Tutoangelegenheit, jedoch zu 1094 wiedergegeben worden.