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Geschichte der Herzöge von Zähringen
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200 1105.

selbe Zeit theilte Paschalis dem in der Verbannung Lebenden auch mit, dasser dem schon von Urban II restituirten Erzbischof Ruthard von Mainzdie bischöfliche Würde zugestanden habe. Als Heinrich im Februar 1105von Baiern her gegen Schwaben hin zog, kam Gebhard ihm entgegen 658 , über-brachte ihm den Segen des Papstes und die ewige Vergebung für seinen Treu-bruch, wenn er der lange bedrängten Kirche ein gerechter König und Ver-walter sein werde. Heinrich versprach in Gebhard's Hand dem Papste Ge-horsam und empfing nebst einer Anzahl der Seinen die Lösung von derExcomniunication, welcher er mit diesen als bisheriger Anhänger des Kaisersnoch verfallen war. Mit dieser Begegnung ward aber auch Gebhard die Fruchtder neuen Wendung der Dinge zu Theil: die engste Bundesgenossenschaftdes neuen Streiters der Kirche. Der König vertrieb Arnold von Heiligenbergaus Constanz (der, auch von Ulrich von Eppenstein aufgegeben, seither ganzverschwindet und nur noch 1112 einen vergeblichen Versuch macht, sich gegenGebhard's Nachfolger wieder in den Besitz von Constanz zu setzen 654 ) undführte Gebhard mit grossen Ehren in sein Bisthum zurück; den Abt Dietrichvon Petershausen, dessen Gönner und dankbarer Freund Gebhard war undder inzwischen in Wessobrunn in Oberbaiern und in Castell in Franken gelebthatte ü55 , rief der König nach Petershausen zurück, erwählte ihn sogar zuseinem Beichtvater und stattete ihn mit Mitteln zur geeigneten Wieder-herrichtimg des Klosters aus. Wahrscheinlich jetzt ging sogar der Bruder dessoeben vertriebenen Arnold, Graf Heinrich von Heiligenberg zu Heinrich Vüber und söhnte sich zugleich mit Gebhard aus, in dessen Urkunden er späteroft erscheint.

Es war eine Zeit neuer grosser Hoffnungen für die Sache Petri und fürden päpstlichen Stellvertreter in Deutschland und Gebhard war denn auchnicht gesonnen die möglichst unmittelbare Einwirkung auf die Dinge, die jetztbevorstanden, aus den Händen zu geben. Die Angelegenheiten der Con-stanzer Diöcese mussten zunächst völlig in den Hintergrund treten. Mit demjungen König zog er durch Schwaben, Ostfranken und Thüringen nach Sachsen,wobei sich am Palmsonntag (2. April) in Erfurt der kaiserfeindlicke undexilirte Erzbischof Ruthard vonMainz ihnen anschloss. Das Osterfest (9. April)

653 Der Text folgt hier und im Folgenden, wenn auch nicht ohne Ergänzungen ausden Quellen und den Constanzer Regesten Ladewig's, im Ganzen eng der umsichtigenDarstellung Henking's S. 75 ff. Stillschweigend berichtigt EL auch die die Ereignissechronologisch umgekehrt nehmende Anm. 235 Meyer von Knonau's Cont. cas. S.GalliS. 90, aufweiche Const. Reg. 6-13 überflüssiger Weise anstatt auf Henking verweist.

664 Const. Reg. 675.

655 Gebhard hatte übrigens in dieser Zeit einmal seine Unzufriedenheit zu erkennengegeben, dass Dietrich den unter Bischof Arnold in Petershausen an die Spitze der Mönchegetretenen "Werner, der reuig zu ihm nach Castell kam, zu Gnaden annahm. Vgl. Cas.mon. Petrish. 657.