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Geschichte der Herzöge von Zähringen
Entstehung
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Gebhard im Exil. J99

seines Exils 650 die neuerbaute Klosterkirche zu Schaffhausen, wonach derschon erwähnte Vorstoss Arnold's gegen Schaffhausen erfolgte, ferner am4. Juli 1103 einen Altar zu Zwiefalten, dann (höchst wahrscheinlich 1104)zusammen mit dem Bischof Hezilo von Havelberg das neue Klostergebäudezu St. Blasien, während in höchst bezeichnender Weise die Weihe eines Pan-cratiusaltars, die im Grossmünster zu Zürich, in der Herzog Bertold unter-stellten Stadt am 20. Juni 1104 651 geschah, nicht durch den Bruder Bertold's,sondern durch den soeben genannten, damals in Schwaben weilenden Bischofvon Havelberg vorgenommen wurde. Auch bei Werner von Kaltenbach, demStifter des Klosters Bürglen hielt sich der vertriebene Bischof von Constanzwiederholt auf und weihte dabei zu nicht genauer bekannter Zeit eine vonWerner auf seinem Besitzthum erbaute St. Michaelskirche. Gebhard's treuerBegleiter in diesen Jahren der Bekümmerniss war der nachmals als Abt vonSt. Ulrich und Afra in Augsburg bekannter gewordene Egino, der aus demkaiserlichen Augsburg nach St. Blasien geflüchtet war, wo Gebhard denJüngling kennen lernte und völlig an sich zog. Er benutzte denselben auchÖfters zu Botschaften an den Papst, die Egino in weltlicher Tracht geschicktund ohne Unfall erledigte 652 . Der spätere Augsburger Abt, der einen so hart-näckigen Kampf gegen den Bischof Hermann führte, mag die in ihm liegendenKeime kirchlichen Eifers gerade in diesen jungen Jahren entwickelt haben,die er in Gebhard's Umgebung, bis dessen Exil endete, verbrachte. DiesesEnde aber, die Erlösung Gebhard's kam von einer Seite her, von wo er sienicht hatte erwarten können: aus der kaiserlichen Familie selber.

Um des Kaisers Sohn, den jungen König hatte sich eine Gruppe vonLeuten gebildet, denen die Aufstachelüng des Sohnes gegen den Vater fürihren Eigennutz aussichtsreiche Bahnen eröffnen konnte; sie lagen demjungen Heinrich in den Ohren uud nährten in ihm den Ehrgeiz, da er nuneinmal König hiess, auch an die Regierung zu gelangen. Auch Heinrich war,wie früher sein (im Jahre 1101 gestorbener) Bruder Konrad,lediglich einVerführter", als er in der Nacht des 12. December 1104 heimlich aus demLager des nach Sachsen ziehenden Königs entwich und sich nach Baiernbegab. Der Versuch, Anschluss an den Papst zu gewinnen stand für den ver-räterischen Sohn sogleich fest; von Kegensburg aus sandte er eine Botschaftan Paschalis, der ihn von dem am 6. Januar 3099 zu Aachen geschworenenEide, niemals nach dem Leben oder der Sicherheit seines Vaters zu stehennoch nach dessen Ehren oder Gütern zu streben, entbinden sollte. Papst Pa-schalis aber bevollmächtigte mit seinen Aufträgen in dieser Sache Gebhardvon Zähringen, an dem als seinem deutschen Vicar er festhielt, denn um die-

060 Vgl. Henkiug (u. Const. Reg.)

061 ZüTJB. I 136.

662 Uodalscalcus de Eginone et Herimanno MGSS. XII 432 f.