192 1099—1101.
Schaff hausen (dessen innere Verhältnisse 627 dem Abt Gebhard sein Amt,das er seit dem 2. November 1096 führte, verleidet hatte, so dass er imJahre 1098 abdankte und ins heilige Land zog) hatte in der Person Adal-bert's, eines aus den an der Entfernung Abt Gebhard's am meisten Bethei-ligten, einen neuen Vorstand erhalten, welchen Bischof Gebhard nun, nachPrüfung seines Verhaltens in der Angelegenheit seines Vorgängers, am24. Juni 1099 weihte. Zwei Monate später reiste er nach Alpirsbach, wo erschon 1095 das Bethäuslein des neugegründeten Klosters geweiht hatte: dies-mal galt es die Weihe der inzwischen vollendeten Kirche des Klosters, dieGebhard in Gegenwart der Stifter am 28. August vornahm, bei welcher Ge-legenheit er abermals als römischer Vicar die an Alpirsbach gemachten Stif-tungen bestätigte, bis eine wirkliche päpstliche Bestätigung werde erlangtwerden können 628 .
Denn Papst Urban II war am 29. Juli 1099 gestorben und die am 13. Au-gust geschehene Wahl seines Nachfolgers war anscheinend diesseits der Alpennoch nicht bekannt geworden. Der Neugewählte war Paschalis II, ein Mann,der hinter einem Gregor und Urban an Bedeutung weit zurückstand, aberentschlossen war, die Wege seiner grossen Vorgänger zu gehen. Auch Geb-hard war bedacht sich zu Paschalis dieselben Beziehungen, wie zu den bis-herigen Päpsten, zu sichern; errichtete noch 1099 ein Schreiben an den neuenNachfolger Petri, in welchem er geflissentlich als apostolischer Vertreter überdas Augsburger Bisthum zu berichten Gelegenheit nahm und anfragte, wie esin einer Anzahl kirchenrechtlicher Fragen zu halten sei 638 . Er hatte den Er-folg, dass Paschalis ihm ausdrücklich bestätigend das Vicariat in Deutschlandvon neuem übertrug 630 und auf die Anfragen und Mittheilungen Gebhard'sin verschiedenen Briefen einging, die seit Anfang 1100 an den Bischof ab-gesandt wurden 631 . Es waren Briefe, die zur Strenge und zum Ausharrenmahnten und Anweisungen in dieser Richtung, insbesondere gegenüber denExcommunicirten, enthielten; sie konnten für Gebhai"d nur Lob und Zu-stimmung bedeuten.
Inzwischen hatte Gebhard zusammen mitThiemo von Salzburg, der ausseinem Erzbisthum vertrieben sich in Gebhard's Nähe zu Petershausen imKloster aufhielt 632 , sich an der Einrichtung des St. Blasischen Priorats Ochsen-hausen betheiligt, das er, wie erzählt, schon 1093 geweiht hatte und das jetzt
627 Bernold 465 ff. Henking S. 61.
023 WUB. I 315f.
629 Vgl. J.-L. 5817 u. 5825.
030 Bernold 467. Die Uebertragung braucht nicht gerade am 25. Dec. (1099) ge-schehen zu sein.
081 J.-L. 5817, 5825 und vielleicht auch 6252 (o. J., 6. Febr.) üeber J.-L. 5917 (dortzu 2. Febr. 1104) vgl. Henking's Ausführungen S. 63 ff.
682 Cas. mon. Petrish. 656.