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Geschichte der Herzöge von Zähringen
Entstehung
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183
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Zerfall der Kirchenparthei. 183

und Passau den Erzbischof Arnulf, der für die Annahme der Investitur durchden König Busse gethan hatte, im Auftrage des Papstes weihte. Wann ersich nach Deutschland aufgemacht hat, ist nicht genau ersichtlich; jedoch noch1095, denn er vollzog in diesem Jahre noch 600 die Weihe des am 1. Mai er-wählten neuen Abtes Ulrich von Zwiefalten.

Anerkannt und bewundert als einer der ersten Männer der Kirche undder tüchtigsten und erfolgreichsten Vorkämpfer des hl. Petrus kehrte Geb-hard aus Italien nach Schwaben zurück. Aber gerade damals hatte hier dasFundament, auf welchem Gebhard's mächtige Kampfstellung beruhte, dieGefolgschaft der hohen Laien, schon wieder und zwar schlimmer als je zu zer-bröckeln begonnen. Am Anfang des Jahres 1095 hatte sich der junge Weifvon Mathilde getrennt und der Welt Versicherungen gegeben, durch welche ersich von dem peinlichen Gefühl befreien wollte, mit welchem durch diese Eheseine Eitelkeit belastet worden war, welche aber nur alsbald von den Gegnern,die das auch verstanden, ausgebeutet wurden 601 . Arg erzürnt eilte der alte Weifüber die Alpen zu dem Sohn, aber bloss wegen der durch dessen indiscreteVorlautheit in ihrer letzten schwachen Rechtsverbindlichkeit hinfällig ge-wordenen Aussicht auf die Güter der Mathilde. Als seine Aussöhnungs-versuche ohne Erfolg blieben, suchte er Annäherungen an Kaiser Heinrichund wollte Mathilde mit dessen Beistand zur Aufgabe ihrer Güter zwingen.Er war wieder ganz in seine alte Art zurückgefallen, um so mehr, als Geb-hard ihn zu dieser Zeit nicht hatte überwachen können. Nach langen nutz-losen Verhandlungen ging er dann, seinen Sohn mit sich nehmend, nachDeutschland zurück und knüpfte hier an den verschiedensten Orten 602 Ver-handlungen zu Gunsten Heinrich's an, wodurch er die eigene Sache in ihrerneuen Wendung am besten zu fördern meinte. Aber ohne Erfolg; die kirch-lich gesinnten Kreise wollten nicht, die kaiserlichen sahen nur Weif s Eigen-nutz, dazu kamen so schwierige Fragen wie für jene die des schwäbischen,für diese die des bairischen Herzogthums. Im nächsten Jahre, 1096, kamaber wenigstens die Aussöhnung Weif s und des Kaisers, anscheinend ver-mittelt durch den uralten Vater des Ersteren, Azzo, zu Stande: der Herzogerhielt Baiern zurück 603 . Als im nächsten Jahre Azzo starb und Weif umdie Hinterlassenschaft mit seinen Stiefbrüdern kämpfte, waren die Bundes-genossen, denen er seinen Erfolg verdankte, die Eppeusteiuer: Ulrich vonAquileja und St. Gallen, und Heinrich von Kärnthen. Weif s Söhne freilich

600 Ladewig Reg. 579 Henking berichtigend.

601 Bernold 461 z. 39, wonach z. 35 zu verstehen ist.

602 Ann. Aug. 134. Bernold 463.

008 Ekkehard Uraug. zu 1096 S. 208; über Azzo's wahrscheinlichen Antheil vgl.Giesebrecht 675 u. 1179. Der im Text folgende Satz nach Bernold's Nachrichten zu 1097(S. 465), die Aussöhnung selbst verschweigt der St. Blasianer.