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Geschichte der Herzöge von Zähringen
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180
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180 1094. 1095.

Heinrich, nachdem seine treue Gefährtin Berta am Ende des Jahres 1087gestorben war, die junge Wittwe des Nordmarkgrafen, die Russin Praxedis,der man in Sachsen den gewohnteren Namen Adelheid beigelegt hatte unddie er bei seinem dortigen Aufenthalte im Jahre 1088 kennen lernte, zu seinerGemahlin erhoben. Es war ein schneller Entschluss voll übelster Polgen ge-worden 590 . Schliesslich war diese Kaiserin, als sie und Heinrich in Italienwaren, zu Mathilde und Weif geflüchtet und aus den schamlosen Erzählungen,die sie unbekümmert um sich selber preisgab, schmiedeten Mathilde und ihrGatte vergiftete Waffen wider den Kaiser. Nur in des jungen Weif s Hausekann Praxedis auf den Gedanken gebracht worden sein, auch der Synodeder Schwaben den Schmutz des Lebens, das sie als Kaiserin geführt, — wohlbrieflich 591 —zu enthüllen. Der Zweck ward erreicht: man empfand verzeihendmit der vielmaligen Ehebrecherin und wälzte mit ihr alle Schuld auf denKaiser.

Vielleicht war es diese Synode Gebhard's, die auch einen Streit um dieVogtei des bischöflich constanzischen Ortes Pfrungen (OA. Saulgau) ent-schied 592 . In diesem Falle würde auch der Graf Liutold von Achalm, nachdessen Gutachten derBeschluss erging, unter den Theilnehmern an derSynodemit Namen bekannt sein. Die Namen anderer Anwesenden nennt eine Ur-kunde, die für Allerheiligen am 4. Apr. 1094 zu Constanz ausgestellt wurdeund ihm die Schenkung von Gütern in Urnau (BA. Ueberlingen) seitens einergewissen Johanna verbriefte. Als erster der Zeugen steht „Bertold, Herzogder Schwaben" voran, ihm folgen Graf Burkard von Neuenbürg, die Grafenvon Altshausen und Frickingen und eine Anzahl anderer weltlicher Herren B93 .

Von Gebhard's Diöcesanthätigkeit aus dem Jahre 1094 ist sonst nocheine (schon erwähnte) Altarweihe zu Petershausen am 7. Juli und eine An-wesenheit zusammen mit Abt Otto von St. Blasien bei einer Schenkung anSt. Georgen bekannt, durch die letzteres am 20. August von dem BurgherrnArnold von Kenzingen und seiner Gemahlin Ida drei Jauchert Reben zuEndingen am Kaiserstuhl (Nordseite) erhielt 594 .

Es war eine deutliche Aeusserung des neubelebten Partheigeistes, dassdie Tagfahrten fortfuhren sich förmlich zu drängen. Um den Gallustag

600 Es wird schwer Giesebrecht (S. 627) beizustimmen, dass Heinrich diese Ehe auspolitischen Gründen geschlossen habe. Um in Sachsen festeren Fuss zu fassen, würdeHeinrich doch wohl eine andere Wahl haben treffen müssen.

691 querimonia Praxedis . ... ad Constantiensem sinodum pervenit.

692 Vgl. HenkingS. 53f.'

698 QzSchwGesch.ini, 41 f.

504 Not. fund. S. Georgi S.216f. Der Ort des Traditionsactes ist unbekannt; Hcnking(S. 54) verlegt letzteren nach Endingen selbst, was schon Ladewig Reg. 573 als unnöthigzurückweist; es ist um so unwahrscheinlicher, als die weiteren Zeugen des Actes keineBreisgauer, sondern aus der Baargegend sind.