Tod Bertold's von Rheinfelden. 157
4. September 1089 hatte Graf Hugo von Egisheim es büssen müssen, dass erin Beziehungen zu dem Strassburger Bischof getreten war: Leute des Bischofserschlugen ihn in dessen Schlafkammer, in die er sich mit dem Bischof —vielleicht nach einem Gelage — begeben hatte 523 . Im Mai 1090 starb BischofHermann von Metz und dann endete am 18. desselben Monats ein frühzeitigerund plötzlicher Tod das Leben des jungen Königssohnes, den die schwäbischenHerren sich zum Herzog gesetzt hatten, Bertold's von Rheinfelden, ehe ihmdas Leben Gelegenheit geboten hatte, eine eigene führende Thätigkeit zu ent-falten und der Geschichte ein selbständiges Andenken zu hinterlassen 524 .Und während die junge Gattin Bertold's von Zähringen den Bruder beweinte,sollte ihr fern aus Ungarn die Nachricht kommen, dass in demselben Mai 525■auch ihre Schwester Adelheid, die Gemahlin des Königs Ladislaus gestorbensei. Es war ein trauriges Frühjahr für die Zähringer geworden, auch insofern,als sie wohl schon empfinden mochten, dass ein Beistand von dem Ungarn-könig min gar nicht mehr zu hoffen sei.
Durch das reiche Erbe der ausgestorbenen Burgunderfamilie „von Rhein-felden", das nun an Bertold von Zähringen durch seine Gemahlin kam, warddie Machtstellung der kirchlichen Parthei zwar nicht unmittelbar erhöht,immerhin aber konnten es die Zähringer als eine Erleichterung im Wider-stände betrachten, dass sich die Mannschaften und Güter des RheinfeldnerHauses fortan zu ihrer unmittelbaren Verfügung befanden 525a '
Die Abwesenheit Heinrich's in Italien brachte für die beiden zähringischenBrüder zunächst einen Zeitraum ruhiger Verwaltung. Ausführlicher über-liefert sind davon Angelegenheiten Schaffhausens, die hier zurückgreifendim Zusammenhange erzählt seien 52 ".
Der Graf Burkard von Neuenbürg hatte beschlossen, für das Erlöser-und Allerheiligenkloster in Schaffhausen, die Stiftung seines vor Jahrzehntenals Mönch gestorbenen Vaters, selber ein Wohlthäter im weitesten Sinne zuwerden. Seit dem Tode seines Vaters hatte er mit Schmerz das Klosterlebenan dieser Stätte allmählich völlig verfallen sehen und war in pietätvollem Sinneauf eine Wiederherstellung der Zucht bedacht. So begab er sich persönlichzu Wilhelm von Hirsau, von dessen viel bewährter Unermüdlichkeit und Er-
623 Bernold 449. Er lässt sich nicht auf die genaueren Einzelheiten ein, vermeidetes aber auch den kaiserlich gesinnten Bischof heftiger in dieser Angelegenheit anzugreifen.
621 18. Mai. Bertaldus dux Alemanniae dtiit. Notae necrol. ßernoldi MG. Necrol.I. 658. — Mai: Bernold Chron. 450. Ohne Datum zu 1090: Ann. Aug. S. 133 morte suli-tanea und (Waltram) de unit. eccl. SA. 115. Es ist bezeichnend genug, dass die schwäbi-schen Neurologien ausser dem Bernold's an dem gestorbenen Herzog von Schwabenschweigend vorübergehen.
M6 Bernold 450.
525» Weiteres über den Erbschaftsanteil im Abschn. „Aemter und Besitzungen".
620 Nach der Gesammturkunde QzSchwGesch. III 1, 14—18.