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Geschichte der Herzöge von Zähringen
Entstehung
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156
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156 1089. 1090.

von „einigen" oder „gewissen", sondern den Herzögen der Kirchenpartheispricht. Also auch Bertold II hetheiligte sich, freilich ohne dass uns seineGedanken dabei und wie weit sie sich mit denen Weif's berührten, klar lägen.Der St. Blasische Chronist, der den Friedensunterhandlungen, bei denen dieeigenen hochgestellten Freunde betheiligt waren, nicht wohl unfreundlichgegenüberstehen kann, giebt beiderseitige Kriegsmüdigkeit als Veranlassungan. Sie muss so stark gewesen sein, dass sich die Herzoge bewogen fühlten,sogar den für die Kirche und ihre Autorität wichtigsten Punct, den überHeinrich hangenden Bann, der den Speyerer Tag ergebnisslos gemacht hatte,vorläufig aus den Augen zu setzen. Trotzdem oder wohl richtiger um so mehrscheint sich Bischof Gebhard mit den selbständig vorgehenden Laienfürstenin gewissem Einverständniss gehalten zu haben; ich möchte es auf seinen, amehesten etwa noch von seinem Bruder Bertold unmittelbar vertretenen Ein-fluss zurückführen, wenn die Frage der Anerkennung Urban's als katholischenPapstes in den Vordergrund gerückt wurde: die Herzoge und Grafen for-derten, dass Heinrich den Gegenpapst Wibert fallen lasse und so, wie mansich vorsichtig weiter ausdrückte, vermittelst eines katholischen Oberhirtenzur kirchlichen Gemeinschaft zurückkehre. Das Abstehen AV" elf's und Bertold'svon der Forderung, dass Heinrich sich vor allen anderen Dingen vom Bannelöse, wenigstens in ihrer schroffen Form, empfand Heinrich in der That alseinen grossen Schritt auf dem Wege der Nachgiebigkeit und war denn auchseinerseits versöhnlich und entgegenkommend. Da trat jedoch ein anderesHinderniss dazwischen, das schwerwiegend genug war: die eigentlichsten bis-herigen Stützen des Kaisers, die wibertistischen Bischöfe mussten mit Rechtfürchten mit ihrem Papste zugleich zu fallen, zumal gegen viele von ihnenGegenbischöfe erhoben waren, die der Gelegenheit harrten als katholischeBischöfe in die Sitze, für deren Erlangung sie bisher nur geduldet hatten,einzuziehen; auf den Gegeneinfluss dieser kaiserlichen Bischöfe und nicht aufeigene Bedenken Heinrich's führt es Bernold zurück, wenn die AnerkennungUrban's schliesslich zurückgewiesen wurde und die Friedensverhandlung sichalso abermals zerschlug. Trotzdem nahm man sie am Anfang 1090 zu Speyer,wo der König nach den Urkunden am 14. und 19. Februar weilte, auf einerFürstenversammlung noch einmal wieder auf, jedoch mit neuem Misserfolg 522 .Immerhin entnahm der Kaiser der ganzen Lage die Möglichkeit, Deutschlandzu verlassen und nach Italien zu gehen, wo er bereits im April eintraf.

Und nicht nur dies Ermatten eines Theiles ihrer Genossen legte dieParthei, die Bischof Gebhard führte, lahm, auch der Tod lichtete zu dieserZeit ihre Reihen und gab ihr Trauer und politischen Kummer zugleich. Am

522 DieUrkk.: St. 2091 f.; kurze Nachrichten Ann. Kosenveld. MGSS. XVI 101Annalista Saxo MGSS. VI 726.