Die Anfänge Hermann's von Luxemburg. 127
illius — des Papstes — efficiar. Otto von Nordheim wäre kein König nachdem Herzen des Papstes gewesen.
Das Wort miles S. Petri aber, das Abt Wilhelm seinen freudig erregtenMönchen kund geben konnte, verklang in Hirsau nicht und wir werden esbald sehen, auf welche Weise der hochgeborenste der Brüder diesen Begriffdes kirchlichen Dienstmannenthums in seinem eigenen späteren Bezirk zurWahrheit zu machen vollbracht hat. —
Herzog Friedrich, der Staufer, hatte, während die verschiedenenSchaaren der Gegenparthei in Ostfranken umherzogen und dort schliesslichzur Einigung über eine Neuwahl gelangten, in Baiern einige Erfolge errungen,und führte seine Truppen nunmehr dem neuen Gegenkönig, der unter Weif'sFührung herannahte, entgegen. Zwar ward er bei Höchstädt an der Donauam 11. August geschlagen, doch hemmte das unferne Augsburg den Erfolgder vordringenden Gregorianer und nach dreiwöchentlicher vergeblicher Be-lagerung der Stadt trennte sich der Gegenkönig Hermann von dem HeereWeif's 433 , um jetzt doch, wie es Rudolf gethan hatte, seine Hauptstütze unterden Sachsen zu suchen. Herzog Bertold II war bei diesen Kämpfen nicht be-theiligt - , es fand zwischen ihm und Weif, wenn nicht, wie sehr wahrscheinlichist, eine verabredete, so doch eine thatsächliche Theilung ihrer kriegerischenThätigkeit in der Weise statt, dass Weif im Osten Schwabens und an denGrenzen Baierns, von dem er den Herzogtitel trug, den dortigen Gegnern,hauptsächlich dem Staufer das Gegengewicht hielt, während Bertold gegendie geistlichen Herren der Königsparthei im Westen und Süden Alamanniensdas schwäbische Herzogthum ihres gemeinsamen Schützlings, nämlich Ber-told's, des jungen Rheinfeldners stützen half 434 und zugleich den eigenen Be-sitz wahrte und wiedererrang.
Die nächsten Jahre vergingen in Schwaben voller Unruhe und Fehde 485 ,doch ohne dass uns eine grössere Gesammt-Anstrengung, ein grösserer Er-folg der einen oder anderen Parthei mitgetheilt würde. In der zweiten Hälftedes Jahres 1082 erschien auch der Gegenkönig Hennann wieder in Schwaben,in der Absicht, von dort aus Gregor VII, der in Rom durch König Heinrichhart bedrängt war, Hilfe zu bringen, und sah bei der Weihnachtsfeier die
483 Die Sieger bei Höchstädt werden — also als Truppen Weif s — von den Ann.Wirzib. MGSS. II 245 geradezu Baioarii genannt, und so auch von Ekkeh. Uraug. MGSS.VI 204.
494 Wie Bertold II durch die Wiedereinnahme des Breisgau's zugleich das KlosterUlrich's III von St. Gallen empfindlich traf, hatte dasselbe auch durch ähnliche ErfolgeWeif s zu leideD, cf. Cont. cas. S.Galli S. 56 f.
436 Wo uns eine Quelle aus ihrem Interessengebiet von diesen Jahren ausgiebig er-zählt — es geschieht nur durch die St. Galler —, da erfahren wir denn sogleich genug vonsolchen einzelnen Fehden. Sollte es nur in dem engeren Umkreise dieses Chronisten sound sonst in Schwaben friedlich zugegangen sein?