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Ich möchte bestreiten, dass Bertold oder zähringische Truppen im HeereRudolfs theilgenommen hatten. Man hört von keiner vorhergegangenen Ver-einigung süddeutscher Truppen mit den Sachsen; auch schon der Marsch Ru-dolf's den Lauf der Unstrut hinab steht der Ermöglichung einer solchen ziemlichim Wege. Es fehlt jede Nachricht über süddeutsche Kämpfer in den Schlacht-berichten und der Umstand, dass die schwäbischen Chronisten so spärlich undselbst unrichtig' 19 über die Ereignisse von Mölsen unterrichtet wurden, schliessteine Theilnahme von dorther fast mit Gewissheit aus.
Als Herzog Bertold II später St. Peter auf dem Schwarzwalde alszähringisches Hauskloster begründete, hat er dort dem Andenken des könig-lichen Vaters seiner Gemahlin ein Seelenamt mit 5 Kerzen und zwar für den16. October gestiftet«° * 81 .
419 Vgl. die Zusammenstellung, die in der Beziehung schon Giesebrecht S. 1155 f.giebt. Der St. Blasisehe Necrologeintrag steht jetzt auch MG. Necrol. 1 324, der Zwiefaltuerib. 263, derjenige Bernold's ib. 659. Dazu ib. 151, 337 u. 363.
420 Necrol. minus mon S. Petri MG. Necr. I 337. Die viel besprochene Schwierig-keit, ob Rudolf am 15. oder 16. Oct. starb, löst sich vielleicht durch den Hinweis, dass dieTage von Sonnenuntergang zu Sonnenuntergang gezählt wurden. Damit wäre dann leichtdurch alle darstellenden Quellen und Todtenbüchor hindurchzufinden. Auch so aberbleiben Irrthümer der schwäbischen Chronisten bestehen, eben weil sie keine ausführlichenNachrichten von Theiluehmern hatten, sondern, wie z. B. Bernold, combiniren mussten.
J31 Ich schliessc hier bei Rudolfs Tode ein durch ihn veranlasstes Ereigniss an, daszeitlich nicht bestimmt eingefügt werden konnte. Die Quelle ist die für Rudolfs Familien-verhältnisse so wichtige Urkunde St. 3205. Dort erwähnt Heinrich V, dass Herzog Rudolfvon Rheihfelden (so musste Heinrich V ihn auch als Gegeuköuig nennen, vielleicht geradenach demUlmer Spruch von 1077), die Grafen Otto und sein Sohn Friedrich, Graf Ekbertaus Sachseu (ist es der ältere, 1068 gestorbene?), Ida aus Sachsen und von Birctorf (kannes Burgdorf sein?'? es ist Ida von Elsdorf, l'Jlsthorpe, f yor 1082, die Enkelin des GrafenKuno von üehningeu, die Base von Rudolfs Vater), Tuto von Wagenhauseu (der erst gegenEnde des Jahrhunderts häufiger vox'kommt, s. u.) und Hezelo, der Vogt von Reichenau(das war er 1050—-j- 1088), alle in Gemeinschaft, an St. Blasien ein näher beschriebenesGebiet übertragen haben. Ein Greuzstrich dieses Gebietes gehörte Reichenau und Hezelotauschte ihn zur Uebergabe an St. Blasien durch sein eigenes Gut Rcuthe, Huttin, beiüstrach (im südlichen Fürstenth. Hohonzollern) von Reichenau ein. Dieser Tausch abergeschah zu Singerbrueho vor Abt Ekkchard von Reichenau (1073—1088 oder 1090, vgl.Cont. casuum SGalli Anm. 120) und „Herzog Bertold" (NB. nach der nachträglichen Be-zeichnung von 1125!) im Beisein ihrer Leute, Freier wie Ministerialen, und Anderer, wo-bei Markward von Alnüstorf, Bertold von Lützelstetteu und Burchard von Peringen(Beringen, Ct. Schaffhausen), alle drei Reichcnauer Ministerialen, das Gutachten abgaben,dass der Tausch Reichenau eher nütze als schade.
Der Herzog Bertold kann nun, was die sicher erreichbaren Daten über jene Personenzulassen, möglicherweise erst Bertold II gewesen sein. Eher möchte ich aber meinen, es seidoch Bertold I und die ganze Schenkung falle in die erste Zeit des Eifers der beiden herzog-lichen Freunde für die neureformirten Schwarzwaldklöster, vor Rudolfs endgiltigen Ab-zug nach Sachseu, besonders auch deswegen, weil später andere NameD, als Burchard, in