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Geschichte der Herzöge von Zähringen
Entstehung
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123
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Das Ende des GegeDkönigs. 123

bürgerte 416a , Eudolf habe seine goldene Krone vom Papste empfangen und siehabe die Umschrift:Roma dedil Petro, Petrus diadema Rudolfo" ge-tragen.

Jedoch die furchtbar geglaubte "Waffe des Bannes hatte schon durchihre erstmalige Anwendung gegen Heinrich von ihrer Schneide verloren;sie vermochte wohl die Gegensätze noch zu verschärfen, aber jetzt nichts mehrvon der Parthei des Königs abzureisseu. Vielmehr schleuderte diese auf derJunisynode zu Brixen die Waffe auf ihren Werfer zurück: die dort mit demKönig versammelten Bischöfe bannten Hildebrandden Prediger von Brand-stiftung undHeiligthumsschändung und Schützer von Meineid und Todtschlag",derdem katholischen Friedenskönig leiblichen und geistigen Tod sinne undeinen treubrüchigen Verräther als König vertheidige" 417 , mit ihm banntensie zugleich den Gegenkönig Rudolf, Herzog Weif und alle ihre Genossen 418 .Die Erhebung Wibert's, des treu an Heinrich hangenden Erzbischofs vonRavenna schloss sich unmittelbar der Entsetzung des bisherigen Papstes an,dann eilte Heinrich aus den Alpen zur Entscheidung gegen Rudolf zurück.

Hätte es dessen überhaupt noch bedurft, so wäre durch die letzten Er-eignisse die Kluft noch tiefer geworden, welche die ganz in den in Gregormitverurtheilten Bestrebungen lebenden, durch den Brixener Beschlussselbst mit in den Bann erklärten Zähringer von Heinrich IV schied. DieMöglichkeit einer Aussöhnung rückte nur um so weniger näher, als nach derMitte des October die Kunde des jähen Ereignisses nach Schwaben gelangte,welches Bertold des Schwiegervaters und königlichen Herrn zugleich beraubteund sein junges Gemahl in abermalige tiefste Trauer versetzte: auf demSchlachtfeld von Mölsen zwischen der Unstrutmündung in die Saale und derElster war die Entscheidung der Waffen gefallen: die Tapferkeit der Sachsenund der Eeldherrnblick Otto's von Nordheim hatten im Ganzen gesiegt, aberihr schwerverwundeter. König Rudolf war, als die Nacht hereinbrach, auf dembehaupteten Felde verschieden. Gerade als den Meineidigen hatte man ihnauf der Brixener Synode am liebsten bezeichnet; nun musste der Verlust derrechten Hand, der ihn nebst der todbringenden Unterleibswunde am Beginneder Schlacht betroffen hatte, allüberall als Gottes Urtheil demVolke erscheinen.Ferne von den ihm voraufgegangenen und den lebenden Seinen ward derRheinfeldner, dessen Lebensglück sein Ehrgeiz zerstört hatte, im Dome zuMerseburg begraben.

416traditur" Otto Fris. g. Fr. I 7, SA. 18.

417 .J äffe V S. 133 ff.

418 Ann. August. MG-SS. 111 130: Boudolfus et Weif duces erroris cum omnibussequacibus eorum excommunicantur. Man legte also beiden Bertolden in Augsburg nichtgenug Wichtigkeit bei, um auch sie ausdrücklich zu nennen. In der That war ja nichtBertold II in Ostschwaben der Kämpfer, sondern Weif.