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Geschichte der Herzöge von Zähringen
Entstehung
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122
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122 1079. 1080.

Uns ist diese kummervolle Klage durchaus von Wichtigkeit, denn wir erfahrenso, dass sich Herzog Bertold dauernd im Breisgau behauptete und in dendortigen Verhältnissen nach seinem Ermessen schaltete, und in dieser Artbestätigt sich dann widerum Oehem's: erzwang alle die von dem Brisgöwumb den Schwartswald sitzende under sin herschafft". Bischof Werner vonStrassburg aber, dem Heinrich IV für sein Bisthum die breisgauische Graf-schaft übertragen hatte, starb in diesem selben Jahre 113 , am 14. November 414 ,auf einem Heerzuge gegen Hirsau 415 , in der Nähe von Pforzheim und esfindet sich nicht, dass sein bischöflicher Nachfolger einen Versuch gemachthabe, Bertold wieder aus seiner eroberten Stellung zu verdrängen.

Der König Heinrich hatte inzwischen in abermaligen Verhandlungenmit den Aufständischen eine Verständigung anzubahnen versucht. Aber aufder Tagfahrt zu Fritzlar im Sommer 1079 fehlten Weif und die Schwaben,weil ihnen freies Geleit versagt worden sei, und als die Verhandlungen aufden 15. August nach dem für sie bequemer erreichbaren AVürzburg vertagtwurden, fehlten dort auch noch die Sachsen. So bereitete sich denn Heinrichvor, um nach einem kurzen Streifzug, den er im Spätjahr 1079 416 durch Schwabenmachte, den Gegenkönig in Sachsen selber aufzusuchen. Auch Rudolf rüstete,aber sein junger Eidam und Weif scheinen nicht zu ihm gestossen zu sein; esgab für sie, obgleich Friedrich von Staufen abzog und sich mit Heinrich ver-einte, der Aufgaben und der Gegner allerdings auch in Schwaben noch genug. Am 27. Januar 1080 ward bei Flarchheim, unweit des thüringischen Mühl-hausen, die Schlacht geschlagen, in der nach dem siegreichen ersten Vor-dringen der Gegner schliesslich Rudolf dennoch das Feld behauptete. DieDinge standen in der Entscheidung, um so mehr, als zugleich sich Gregorendlich zu der Vernichtung des Gegners, den er bisher nur unterwerfen ge-wollt, entschlossen hatte: auf der Fastensynode von 1080 erneute er am7. März den Bannfluch gegen Heinrich und seine bischöflichen Genossen undenthüllte rückhaltslos die universalmonarchischen Gedanken der Kirche: überdas zerschmetterte alte Königthum hinweg sollte das Königthum von desapostolischen Stuhles Gnaden emporsteigen. Die Zeitgenossen haben Gregorvollkommen verstanden, wenn sich allmählich unter ihnen die Erzählung ein-

418 Ann. Argent. MGSS. XVII 88; Pragmentum incerti auctoris bei Urstisius, Germ,hist. ill II 83.

414 Kalendarium neorol. canonicorum Spirens. Böhmer F. IV 325.

418 Bezüglich dieser Angabe wird die Vita "VVillihelmi abbatis HirsaugiensisMGSS. XII 222 bestätigt durch andere, ebenfalls aus Hirsau stammende, aber von jenerunabhängige Nachrichten in einer neu aufgefundenen paulinzeller Quelle: Sigeboto'sVita Paulinae hrsg. v. P. Mitzschke (Thüringisch-sächsische Geschichtsbibliothek I)Gotha 1889, S. 66.

416 (Annalista Saxo MGSS. VI 717 am Ende von 1079.) Schefler-Boichorst, Ann.Patherbr. S. 97.