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Geschichte der Herzöge von Zähringen
Entstehung
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115
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Die Lage nach Bertold's I Tode. 115

mit demselben Rechte, wie sein Vater nach der in Ulm über ihn verhängtenEntsetzung. Er scheint das gerne hingenommen zu haben, wenn auch keinSchriftstück uns vorliegt, das von ihm selber ausgehend den Herzogstitelführt.Von Zähringen" aber ist Bertold in seinen früheren Jahren nochnicht genannt worden, weder mit noch ohne den Beisatz der herzoglichenWürde 373 .

Dem grossen Kampfe der Partheien im Reiche hatte das AusscheidenHerzog Bertold's I keine irgendwie bemerkbare Wendung gegeben. FürKönig Heinrich bedeutete Bertold's Tod längst nicht mehr den Verlust einesGegners, der bei der eigenen Parthei auf Frieden und Versöhnung hinzuwirkenversuchte; er konnte dieNachricht von dem Hinscheiden des Mannes, der einstmit ihm die Gefahren der Flucht von der Harzburg getheilt hatte, kühl, viel-leicht mit Befriedigung hinnehmen. Rudolf hatte einen treuen Anhänger undFreund verloren, an dessen Stelle jedoch sogleich mit den gleichen Machtmittelndes Hauses der kriegstüchtige Sohn trat. Der Niedergang der gegenkönig-lichen Parthei, der den Herbstereignissen von 1078 folgte, bekundete sichvielmehr in Norddeutschland viel deutlicher, die süddeutschen Machthaberblieben Rudolf treu und Weif drang sogar in der Zeit vor den Fasten 1079,also im Januar in einem für seines Königs Sache erfolgreichen Zuge nachChurrätien vor 374 . So war denn auch das Augenmerk Gregor's, der jetzt nurum so energischer, je mehr er es vor Heinrich zu verdecken suchte, den Wider-stand gegen diesen betrieb, eher mehr denn weniger, als bisher, auf das alszuverlässig bewährte zähringische Haus gerichtet, und als es sich um die Neu-besetzung des Magdeburger Erzbisthums handelte, das durch Wezel's Todbei Meirichstadt erledigt war, stellte er in einem im Februar 1079 an Rudolfgerichteten Briefe 375 diesem die Auswahl zwischen einem Goslarer Decan,zweitens G., dem Sohne des Herzogs Bertold, also Gebhard, und drittens H.,dem Sohne eines Grafen Siegfried, frei. Er sagt dabei, er habe über alle dreigutes Zeugniss erhalten 375 ". Ob Gebhard von dieser Verhandlung über ihn

S7a Weder Bernold, noch die St. Galler Quellen mit ihrer gleichzeitigen Grundlage,noch die Briefe und Urkunden aus dem 11. Jahrhundert wissen etwas von dem Namenvon Zähringen"; die Augsb. Ann. MGSS. III 134 nennen den 1092 zum SchwabenherzogGewählten vollkommen zusatzlosPertolfus". Die Ann. Marbac. MGSS. XVII 157 sprechenzu 1092 freilich von der Wahl Bertold's de Zeringen, aber die ganze Stelle ist sonst ausBernold entnommen und nur das de Zeringen hat der elsässische Annalist, aber nach derBezeichnungsweise seiner Zeit, selber dazugethan (so dass der Hrsg. die beiden Wortenicht wie entlehnte klein drucken durfte). So wenig, wie also diese Namengebung durchdie Marb. Ann., kommt das ditx de Zaringin in Betracht, dass die späteren Cas. mon.Petrish. schon für die achtziger Jahre Bertold II geben (S. 648).

374 Bertold Ann. 316.

875 Jaff<SII552f.

87Sa Durch Altmann von Passau, wie M. Sdralek, die Streitschriften Altmann's vonPassau und Wezilos von Mainz, Paderb. 1890, S. 23 sehr wahrscheinlich macht.

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