114 1078. 1079.
Welche Stellung hatte nun dieser junge Bertold II bei seines VatersTode inne? Durch den Tod Hermann's I, der nur einen ganz jungenSohn hinterlassen hatte, konnte der Markgrafentitel als erledigt betrachtetwerden und mit diesem findet sich — während später Hermann II zunächstals einfacher Graf erscheint 868 — in der That Bertold in der Fortsetzung derGeschichte von St. Gallen bezeichnet, die dem Bedränger des Klostersschwerlich einen ihm nicht zukommenden Titel gegönnt haben würde 369 . Aberauch der Chronist der Gregorianer, Bertold von Reichenau, kennt denHerzögs-solm nur als Markgrafen, und zwar vor und noch bald nach des Vaters Tode 37 °.Mit diesem nach Hermann's I Ausscheiden geführten Markgrafentitel sindnun aber auch die öffentlichen Ansprüche der Zähringer auf Kärnthen unddessen Nebenlande auf Bertold übergegangen 371 , und nicht auf.Hermann's Ijungen Sohn. Das lässt denn schliessen, dass Bertold I schon gleich nachdes ältesten Sohnes Tode den jüngeren Sohn anstatt des Enkels als Erben anseine Seite gezogen habe. Dementsprechend hat Bertold II nach seines VatersTode und noch ehe sie ihn zum Herzog von Schwaben wählten, bei den eigenenPartheigenossen auch schon den herzoglichen Titel gehabt 372 und allerdings
888 St. 2788 mit marclüo ist unecht, comcs Schöpflin V S. 28; QzSchwGesch. III,1, S. 17 zu 1090, aber wie (S. 15) „divc mcmoric Wilhelmus Hirsaugiensis ahbas" (f 5. Juli1091) zeigt, sind auch diese Theile der Gesammtnotitia, welche als Ganzes frühestens von1092 ist, textlich überarbeitet. — Vgl. unten zu 1087.
869 ed. Meyer von Knonau, Mitth. z. vaterl. Gesch. XVII, S. 54, 68, 71, 73, 75, 78,79,84, 88, 93. Der Fort9etzer des St. Galler „Casus 1 ' hat Bertold seinerseits auch später nichtals Herzog anerkannt, wie S. 93 zeigt; ebensowenig Gallus Oehem, also auch die Beidengemeinsame Quelle, die verlorenen Annalen, nicht. Den „comcs" BertoJdus hat Neugart Cod.Alem. II S. 36 durch falsche Deutung der päpstlichen Namens-Abkürzung hereingebrachtund Hidber Eeg. 1453 ist ihm gefolgt, comcs B. (vgl. jetzt Joffe Bibl. V S. 161, dort un-erklärt) ist Burkord von Neuenbürg. Ucber das päpst.l. Schreiben selbst unten zu „Tuto".
870 Bert. Ann. zu 1078 p. 312, zu 1079 p. 320.
871 Das erfohren wir wenigstens von den durch ihren Eppensteinischen Abt so vor-züglich über die Zähringer unterrichteten St. Gallern, vgl. Cont. cosuum S. 80 ff. undOehem S. 123. Immerhin konnte Bertold's II Anspruch auf Kärnthen ouch nur eine Ver-muthung Abt Ulrich's gewesen sein, die es ihm mit erklärte, worum er den Zähringer sounermüdlich ols Gegner fand.
872 Bernold S. 454 zu 1092: iam dudum nomen ducis habere consuevit. In der Urk.für 1087 bei Schöpflin V S. 28 muss Bertolfus dux unser Bertold sein; ferner QzSehw-Gesch. III 1, S. 16, 17 für 1087 resp. Apr. 1090, allerdings erst in frühestens 1092 auf-gezeichneter Notitia. (s. Anm. 368). Urban II schreibt 1088, März 13 (Jane V 503) ant>eide „Herzöge" B., das sind Bertold, Rudolfs Sohn, der Schwabenherzog, und unserBertold, und nennt auch in dem Schreiben vom 28. Jan. (bei Jaffe V 161), das Jaffe undüberzeugend Henking S. 40 Anm. ins Jahr 1092 setzen, den damals noch nicht gewähltenBertold schon dux. So brauche ich die Stelle der Notitia fundationis S.Georgii, Oberrh.Zs. IX S. 210 zu 1090, bei der die Bestimmung, welcher Bertold, nicht ganz zweifellosist und auch das Wesen der Notitia vom Standpunct der Datirung in Betracht zu ziehenist, nicht zu verwenden.