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Geschichte der Herzöge von Zähringen
Entstehung
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113
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Gebhard zu Xanten, zu Hirsau. 113

bis zur Mitte der fünfziger Jahre nacheinander zuerst Gebhard und dannBertold geschenkt habe.

Die früheste Nachricht über Gebhard zeigt ihn schon in Verbindungmit kirchlichen Corporationen und zum geistlichen Stande bestimmt: er warin jungen Jahren der Inhaber einer Xantener Propstei 366 . Wie und wanndiese Beziehung durch ihn oder für ihn angeknüpft worden ist, wissen wirnicht und ist bisher nicht zu erklären versucht worden; möglicherweise durchseines Vaters, Bertold's I freundschaftliche Verbindung mit Anno von Köln.Es war nur eine Pfründe, die ihm zu Gute kam; denn die PetershausenerChronik sagt unmittelbar nach der Erwähnung seiner Xantener Propstei vonihm:er verliess die Welt"; die Priesterweihe hat Gebhard erst 1084 erhalten.

DasVerlassen der Welt" bezieht sich darauf, dass der junge Herzogs-sohn dem Zuge folgend, der bei den Männern und Frauen seines Hauses soganz besonders ausgeprägt war, Mönch wurde und zwar gerade in das strengeKloster Hirsau eintrat, das von der verschwägerten Calwer Grafenfamilieerneuert und ausgestattet war. Es war zur Blüthezeit Hirsau's, dieses deut-schen Cluny, als dies geschah 367 ,da der Sturm des Kirchenstreites so vieleum die Hube ihrer Seele besorgte Weltgeistliche und Laien hinter die dortigenKlostermauern trieb." Als Gabe brachte Gebhard seinem Kloster die verödetePropstei Weilheim nebst den dazu gehörigen Gütern, und zwar mit Zustim-mung seines Bruders.

8ac Das berichtet die über Gebhard wohlunterrichtete (vgl. Anm.358) PetershausenerChronik MGSS. XX 648 und eine wohl von ihr abhängige späte Arbeit in Mone's Quellen-Sammlung I 305. Vgl. Zell S. 311 f.

Einen Irrthum begeht Henking S. 11 f., welcher meint, Gebhard sei nach der WahlRudolfs von Rheinfelden zum König mit dessen Sohne als Geissei für den Papst nachRom gesandt worden. Rudolf (vgl. oben S. 77) bietet seinen und Herzog Bertold'sSohn nur als Unterpfand an; wären die Jünglinge damals wirklich nach Rom gekommen,so würde Gregor i. J. 1080 (Jaffe II S. 402; in der einzigen Stelle über diese Sache) dochnicht lediglich das blosse Anerbieten erwähnt haben. Damit fallen zugleich Henking'sGründe, dass Gebhard und nicht der junge Bertold wahrscheinlicher zu dieser Vergeisse-lung gewählt worden sei und eine weitere Auseinandersetzung. Gebhard, der junge Geist-liche, wäre ohnehin zu dieser Vergeisselung für den Gegenkönig und mit dessen Sohn zu-sammen nicht ebenso geeignet gewesen.

a0 ' Nach den Worten des Chron. Petrishus. S. 648. Zell 311 ff. Ein sicherer Terminist nicht festzustellen. Henking S. 11 meint, die Beerdigung Bertold's I zu Hirsau (1078)habe mit die Wahl Gebhard's auf diesen Ort gelenkt. Ebensogut könnte man sagen: durchGebhard's Aufenthalt in Hirsau wurden die Beziehungen seines Vaters zu diesem Klosternoch nähere und wird noch begreiflicher, dass 1078 die Leiche gerade dorthin gebrachtwurde. Eher liesse sich Henking's Annahme dadurch begründen, dass Gebhard Weilheimmit Zustimmung des jüngeren Bertold (II), also nach 1078 an Hirsau brachte. Aber erbrauchte sie ja nicht gerade beim Eintritt mitzubringen. Aus der Stellung der Nachrichtinnerhalb der Petersh. Chron. würde man keinen Schluss ziehen dürfen; als sie an Geb-hard's Wahl zum Bischof kommt, holt sie eben vorher sein Vorleben nach.Hoyclc. 8