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Geschichte der Herzöge von Zähringen
Entstehung
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106
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106 1074.

ihm eine Grabscbrift gedichtet, die beide danach aber verloren gegangen sind,freilich wohl ohne grossen Schaden für die geschichtliche Kenntniss der vor-mönchischen Zeit und weltlichen Thätigkeit der Markgrafen. Der sog. Ano-nymus von Melk, der seiner Nachrichten wegen jedoch nach Regensburg ge-hört , hat das Werk Ulrich's noch gesehen und zwar am wahrscheinlichsteneben in Regensburg, wo Ulrich selbst einmal Domherr gewesen war und vonwo man auch nach Cluny hin Beziehungen zu ihm aufrecht erhalten mochte.

Judith, Hermann's Gemahlin, lebte noch bis zum Jahre 1091 in fromm-stem Wittwenstande 852 . Hirsau verdankte ihr reiche Unterstützung; sie wares, die dasgrössere" oderneue Kloster" errichten Hess und wenn sie auchschliesslich durch irgend etwas beleidigt das Werk liegen liess, so reichtendoch die schon von ihr zur Verfügung gestellten Mittel fast ganz, aus, um denBau abzuschliessen 35S . Das ist der Bau mit der 1091 geweihten Kirche deshl. Petrus, die einst die grösste Kirche in Schwabeu nach dem Ulmer Münsterwar. Zuletzt trieb es die Markgräfin in die Nähe des grossen Erben Gre-gor's VII, des Papstes Urban, der als früherer cluniacensischer Mönch wohlpersönlich den Markgrafen im Kloster gesehen und gekannt hatte - , sie traf denflüchtig in Unteritalien umherirrenden Papst, dem Rom durch die PartheiWibert's verschlossen war, in Salerno und ist dann dort sehr bald, am 27. Sep-tember 1091 verstorben 35311 .

Das Grafenamt im Breisgau hatte der alte Herzog Bertold, als seinSohn der Welt, die für ihn zu hart und zu leer erschien, entsagte, wieder aufsich selbst nehmen müssen, bis es ihm 1077 entzogen ward 35 *; dazu auchvielleicht die Sorge für seinen Enkel, Hermann II. Es will fast bedüuken,als ob dieser junge Fürst schon im Heranwachsen zu bewusster innerlicher Ab-neigung gegen Leben und Ideale seiner Eltern gekommen sei, denn sobald er zuseinen Jahren gelangt war, ist er einer der treuesten Anhänger des mit derKirche zerfallenen Heinrich IV geworden und hat die stete, auch unter denStaufern und durch fernere Jahrhunderte fortgesetzte Kaiserfreundschaftseines Hauses begründet. Die Grafschaft aber im Breisgau hat Hermann II ausden Stürmen der Partheiung zurückerworben und sie nebst dem nördlichen,fränkischen Besitz und der ufgauischen Grafschaft an seine Nachkommenvererbt. Den Markgrafentitel führte und vererbte er ebenfalls fort 386 ; an-

382 Bernold 453:nöbiüs genere, sct ndbilior in sanctitate . ... in viduitate et sanctaconversatione permansit. Versehentlich zählt Bernold 19 Wittwenjahre der Judith; 18'/»sind es auch dann nur, wenn man Hermann's Mönchszeit mitrechnet.

858 Cod. Hirsaug. 5.

86311 Bernold 453.

854 Vgl. ohen S. 82.

355 Zuerst führte ihn Bertold II, bis dieser zum Herzog erhoben und theilweise an-erkannt wurde. Dem entsprechend kommt Hermann II bei den Erwähnungen von 1087;