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Geschichte der Herzöge von Zähringen
Entstehung
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105
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Hermann in Oluny. 105

nichts anderes, als was die zahlreich umlaufenden Legenden und Dichtungenpriesen, in denen die ebenfalls rein mit geistlichem Inhalt sich erfüllende Poesiedes Jahrhunderts ihre überlieferten oder aus geschichtlichen Personen, denKaisern selbst, umgeformten Helden mit aller Verachtung der schnöden Weltund eifrigstem Ruhm alleinigen Lebens in Gott ausstattete. Im Jahre 1073 thatHugo von Burgund sein Herzogthum von sich ab und ward Mönch zu Cluny.Und noch am Anfang desselben Jahres entfloh wie vor oder nach ihm jenerHerzog auch Hermann der Verführung weltlichen Denkens und Thuns,die ihn in seinem Amte, in seinem aufwachsenden Sohne, in seinem mit ihmringenden und büssenden Weibe noch zu umgarnen schien; auch er suchtedenselben sichersten Hafen, die Klosterzelle zu Cluny 348 . Die Kirche Gre-gor's hätte keinen treueren Jünger unter den Laien für ihre weltlichen Zweckefinden können, als ihn; aber den sie so ganz erfüllte, ihn raubte sie sich zu-gleich durch den Widerstreit der Ziele, den das im Kampfe stehende hilde-brandische Streben in sich barg. In Cluny ist Mönch Hermann nach etwasmehr als einem Jahre, am 25. April 1074 gestorben 349 . Er hatte als einvollkommenes Muster in der Ordensregel unter den Genossen seine Tagegeführt; in gleicher Hingabe schloss er sie nun und mahnte noch im Tode zustrengerer Zucht oftmals die annoch in den letzten Fesseln der Irdischheitumstrickten Brüder des Klosters 350 . Einer unter ihnen, gleich dem mark-gräflichen Mönche ein Deutscher, Ulrich 351 , den dann seine späteren Tagein den Schwarzwald führten, von dessen stillem Frieden Hermann erzählthaben mochte und wo Ulrich der Stifter der nach ihm benannten Zelle ineinem einsamen Bergkessel wurde, hat Hermann's Leben beschrieben und

348 Bertold Ann. 276. Im Cod. Hirsaugiensis (Ausg. des Stuttg. litter. Ver. I) S. 5,wo H. als suos dam fugiens und pastor pecorum Gluniaeensium monaclwrum factus erscheint,haben wir wohl spätere mönchische Ausschmückung vor uns, iu der die Hirsauer die obigeStelle Bernold's S. 439, zumal dort auch auf marclüones allgemein angespielt wird, allzuconcret bezogen haben mochten. Bei dem hier massgebenden Bertold von Reichenau stehtdavon nichts.

348 Bertold Ann. 1. c. 7. Tcal. Mali. Bernold's Necrolog MG. Necr. I 658 hat seinenTod zum 26. April eingetragen. Man versieht sich wohl leichter unter den vielen Zahlenbei Anlage eines kalenderhaften Necrologs, als in einer Darstellung bei einem Einzeldatum.Auch den Tod Petrus Damiani's hat Bernold's Necrolog um einen Tag abweichend vonseiner Chronik. Zu 1074 Ann. Zwifalt. MGSS. X 54. Das Todtenbuch von Zwie-falten ist in dem ältesten Theil erst aus der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts; darin hates zum 26. April (MG. Necrol. I 250) Heriman m., com. Lintburlc. Nach Chr. Fr. StalinI 551, Anm. 11 sind die beiden Worte comes Lintburk ein erklärender Zusatz vonnichtviel jüngerer Hand", was in der Ausgabe der MG. nicht hervortritt. Wie man zu diesemTitelzusatz kam, darüber unten S. 107.

360 Bertold Ann. 276 sagt directer crebris relevationum oraculis pro oecultis et negli-gentiis suis monitor adhuc fratrum existens.

säl Vgl. seine Biographie im Freib. Diöc.-Arch. X; auch Bd. XIV.